Ein Viertel der Deutschen ist hautkrank

Gesunde makellose Haut - das wünschen sich die meisten. Doch in Deutschland ist es mit der Hautgesundheit nicht weit her.

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NEU-ISENBURG (eb). Bei mehr als einem Viertel der Deutschen besteht dermatologischer Handlungsbedarf, etwa aufgrund von Leberflecken, Akne-Effloreszenzen, Pilzinfektionen, allergischen Ekzemen und vielem mehr.

In einer epidemiologischen Querschnittsstudie untersuchten Professor Matthias Augustin von der Universität Hamburg und sein Team, wie häufig Hauterkrankungen in der deutschen Bevölkerung vorkommen und bei wie vielen Patienten eine Therapie angezeigt ist (BJD 2011; 165: 865-873).

Dazu griffen sie auf Daten von 90.880 Angestellten zwischen 16 und 70 Jahren zurück, die sich zwischen 2004 und 2009 einem vom Arbeitgeber initiierten Hautkrebsscreening unterzogen hatten.

Hautflecken bei jedem Vierten

Die Auswertung brachte eine Menge zutage: Bei einem Viertel der Probanden wurden Nävuszellnävi und bei 21 Prozent papillomatöse Nävi diagnostiziert. Bei 17 Prozent zählten die Dermatologen mehr als 40 Muttermale.

Vor allem bei den 31- bis 40-jährigen Teilnehmern fanden sich die Muttermale häufig in so großer Zahl. Bei den 61- bis 70-Jährigen traten sie hingegen nur bei 7,2 Prozent so massenhaft auf. Erwartungsgemäß hatte diese Altersgruppe aber bei der Lentigo solaris die Nase vorn.

Auch entzündliche Hauterkrankungen waren zahlreich vertreten: Vor allem Akne vulgaris (3,9 Prozent), Psoriasis (2 Prozent), Rosacea (2,3 Prozent) und das atopische Ekzem (1,3 Prozent) diagnostizierten die Dermatologen im Rahmen des Hautscreenings.

Pollenallergien sind häufigste Ekzemauslöser

Der größte Teil der Patienten (41 Prozent), die an einem atopischen Ekzem litten, gaben Allergien als Ursache an: Spitzenreiter waren Pollen- (21 Prozent), gefolgt von Kontaktallergien (8 Prozent).

Selbst Pilzinfektionen waren keine Seltenheit: Bei 11,2 Prozent der Teilnehmer wurden die Dermatologen fündig. Vorwiegend litten die Probanden an Nagel- (6,6 Prozent) und Fußpilz- (5,1 Prozent) Erkrankungen. Männer waren deutlich häufiger betroffen als Frauen (15,4 Prozent versus 6,5 Prozent).

Die untersuchenden Hautärzte stuften die Hautbefunde von 11.291 Probanden als behandlungsbedürftig ein, demnach bei jedem Vierten. Dabei schnitten die Männer hinsichtlich ihrer Hautgesundheit deutlich schlechter ab als die Frauen (behandlungsbedürftig: 30,7 Prozent versus 22,2 Prozent).

Ältere Männer haben die schlechteste Haut

Einen besonders schlechten Hautzustand attestierten die Untersucher den über 60-jährigen Männern. Fast die Hälfte (44,8 Prozent) aus dieser Altersgruppe ist therapiebedürftig.

Der Anteil hautkranker Personen sei sicherlich sehr hoch, konstatieren die Autoren, doch das Ergebnis überrasche keineswegs. Es spiegele lediglich die aktuelle Situation in deutschen Hautarztpraxen und Kliniken wider, in denen jährlich über 20 Millionen Patienten behandelt würden.

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