DEPRESSIONEN

Einfache Fragen erleichtern die Diagnose von Depressionen

Patienten mit Depressionen lassen sich meist gut behandeln. Das Problem ist jedoch, eine Depression rechtzeitig zu erkennen, denn meist klagen depressive Patienten nicht über psychische, sondern über körperliche Beschwerden. Mit einfachen Fragen und Tests kommen Ärzte bei solchen Patienten einer Depression schnell auf die Spur.

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Über zwei Drittel der depressiven Patienten sprechen gut auf eine Therapie mit Medikamenten und Psychotherapie an. Doch wie läßt sich eine depressive Episode früh erkennen? Wenn Patienten über Schlaflosigkeit klagen, über Tagesmüdigkeit, Engegefühl in Hals und Brust, Appetitstörungen oder Verstopfung, und es läßt sich keine organische Ursache der Beschwerden finden, dann sollten Ärzte hellhörig werden, berichtet Dr. Axel Cicha in seinem Vortrag.

So haben fast alle Depressiven Schlafstörungen, meist können sie nachts nicht durchschlafen. "Fragen Sie die Patienten, was sie machen, wenn sie wachliegen", rät der Psychiater aus Wasserburg. "Depressive Patienten werden sagen: Ich liege wach im Bett und mir gehen immer dieselben trüben Gedanken durch den Kopf".

Auch Patienten, die behaupten: "Ich hab sicher Alzheimer, ich vergesse beim Einkaufen immer die Hälfte", haben vielleicht eine Depression. Cicha: Sind solche Patienten depressiv, sind sie davon überzeugt, Alzheimer zu haben, haben sie tatsächlich eine beginnende Demenz, versuchen sie ihre Vergeßlichkeit eher zu verdrängen und sagen: "Das kann jedem einmal passieren".

Ein Uhrentest hilft bei der Diagnose oft weiter: Rein depressive Patienten haben kein Problem, eine bestimmte Uhrzeit mit Zeigern auf ein Blatt Papier zu zeichnen, Demenz-Patienten dagegen schon, so Cicha.

Nerven Patienten damit, daß sie glauben, jede unerwünschte Wirkung zu haben, die auf einem Beipackzettel steht, kann dies eine Zeichen für eine agitierte Depression sein. Und haben Patienten Tinnitus, haben sie oft auch eine Depression. Auch jeder zweite Parkinson-Patient hat zusätzlich depressive Verstimmungen.

Was ist nun die geeignete Therapie? "Die Frage, Couch oder Pille, gehört der Vergangenheit an", so Cicha, denn oft hilft eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie am besten. Aber meist sind zuerst Medikamente nötig, damit die Patienten überhaupt in der Lage sind, eine Psychotherapie zu machen. Zur Pharmakotherapie sollten Ärzte mindestens vier bis fünf Antidepressiva gut kennen, rät der Psychiater. (mut)

Den Vortrag, für den es CME-Punkte gibt, finden Sie nach Anmeldung im Internet unter www.qaef-akademie.de, "Online-Kurse" - "Psychiatrie" - "Depressionen".

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