Impfkalender

Empfehlung zu Hepatitis und Tetanus geändert

Das Robert Koch-Institut hat den neuen Impfkalender online gestellt. Neue Empfehlungen gibt es bei Hepatitis, Influenza, Tetanus und Gürtelrose.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:
Sie wird nicht mehr bevorzugt empfohlen: die Grippeimpfung per Nasenspray bei Kindern.

Sie wird nicht mehr bevorzugt empfohlen: die Grippeimpfung per Nasenspray bei Kindern.

© EPA / Kenny Crookston / dpa

BERLIN. Jeden Sommer veröffentlicht das RKI die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Dieses Jahr wird der Kalender zwar nicht ausgeweitet, aber bei einigen wichtigen Impfungen wurden Empfehlungen angepasst (Epi Bull 2017; 34: 333).

Hepatitis-A und B: Impfschutz gegen Virushepatitis empfiehlt die STIKO nun auch ehrenamtlich Tätigen und nicht nur Berufstätigen mit Expositionsrisiko. Ausdrücklich genannt werden Auszubildende, Studierende und Praktikanten. Hiermit wird klargestellt, dass die Indikation zur Impfung anhand des Expositionsrisikos bei einer Tätigkeit zu beurteilen ist und nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt ist .

Influenza: Die Präferenz für den Lebendimpfstoff als Nasenspray bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren ist nun endgültig zurückgezogen worden. Der Hintergrund: In den letzten Jahren war im Vergleich zu den inaktivierten Standard-Impfstoffen keine überlegene Wirksamkeit mehr nachweisbar war. Eine vorübergehende Regelung vom vergangenen Jahr wird damit nun eine dauerhafte Empfehlung.

Tetanus: Eine Auffrischimpfung bei geringfügigen und sauberen Wunden wird jetzt von der STIKO nur noch dann empfohlen, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit wurde die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rückgängig gemacht. Dies steht auch im Einklang mit der Empfehlung einer routinemäßigen Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre.

Herpes zoster: Seit 2013 ist in Deutschland ein Lebendimpfstoff gegen Herpes zoster (HZ) und postherpetische Neuralgie für Menschen im Alter ab 50 Jahren verfügbar. Die STIKO lehnt zur Zeit eine Empfehlung für diese Vakzine als Standardimpfung ab. Der Grund: Die Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs haben das Gremium nicht überzeugt. So nimmt die Wahrscheinlichkeit an HZ zu erkranken und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu, hingegen nimmt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter ab. Zudem ist die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt. Eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte bekräftigt die Entscheidung.

Neu eingefügt hat die STIKO einen Abschnitt zu Impfungen von Patienten mit Immundefizienz und Immunsuppression. Für betroffene Patienten erarbeitet das Gremium momentan Anwendungshinweise für Impfungen. Diese sollen in vier gesonderten Publikationen im "Bundesgesundheitsblatt" bis Anfang 2018 veröffentlicht werden.

Download des neuen Impfkalenders unter www.rki.de/epidbull

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