Mamma-Karzinom

Erfolg der Brustkrebstherapie mit neuem Test vorhersagbar

HEIDELBERG (dpa). Mit einem Test, den Heidelberger Forscher erarbeitet haben, läßt sich der Erfolg einer Chemotherapie bei Brustkrebs vorhersagen.

Veröffentlicht: 20.04.2006, 08:00 Uhr

Nach einer Behandlung bilden sich bei 25 bis 30 Prozent aller Patientinnen die Tumoren vollständig zurück, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mitteilte. Die anderen Frauen sprechen dagegen nicht oder nur teilweise auf die Medikamente an.

Die Heidelberger Forscher können nun anhand eines bestimmten Genmusters prognostizieren, bei welchen Patientinnen die Therapie die Tumorzellen völlig vernichtet. Vor der breiten Anwendung sollen nun größere klinische Studien gestartet werden.

Mit einem Genchip, der 21 139 menschliche Gene repräsentiert, identifizierten die Wissenschaftler in den Krebszellen einer Gruppe von Patientinnen ein bestimmtes Muster an Genaktivitäten. Dieses Profil kennzeichnet solche Tumore, die mit einer Dreifachtherapie aus Gemcitabine, Docetaxel und Doxorubicin komplett zerstört werden.

Das Aktivitätsmuster - eine Signatur mit 512 verschiedenen Genen - wandten die Forscher auf eine zweite Gruppe von erkrankten Frauen an - und konnten damit den Erfolg der Behandlung vorhersagen.

Für den Test wird Biopsiematerial aus Krebsknoten benötigt. An der Heidelberger Studie beteiligten sich 100 Brustkrebspatientinnen, deren Tumoren noch keine Metastasen gebildet hatten. Die Studie wird im "Journal of Clinical Oncology" veröffentlicht.

"Ob und wann der Test in der klinischen Routine eingesetzt werden kann, müssen nun Untersuchungen an größeren Gruppen von Patientinnen zeigen", sagte Professor Peter Lichter vom Krebsforschungszentrum. Mit 55 000 Neuerkrankungen ist Brustkrebs dem Forschungszentrum zufolge die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.

Mehr zum Thema

Mecklenburg-Vorpommern

Teilnahme am Mamma-Screening bricht ein

Petition im Bundestag

Mamma-Ca-Screening: Grenze auf 75 Jahre erhöhen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Pflegekräfte versorgen einen Patienten auf der Intensivstation im Operativen Zentrum II des Universitätsklinikums Essen.

COVID-19-Versorgung

Intensivstationen: Das Personal ist der Flaschenhals

Die EU geht davon aus, dass im Frühjahr zumindest Impfstoff für Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen könnte.

EU verbreitet Optimismus

Ist der Corona-Impfstoff bald da?

Blutgefäß mit Erythrozyten und Sauerstoff-Molekülen: Bei einem kardiogenen Schock kommt es zu einer Schädigung von Endothelzellen, die die innere Gefäßwand auskleiden. Das daraus resultierende „vascular leakage“, also die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, führt dazu, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Ein neuer molekularer Antikörper soll jetzt die pathophysiologische Kaskade durchbrechen.

Sterberisiko senken

Neuer Therapie-Ansatz bei kardiogenem Schock