Direkt zum Inhaltsbereich

Erhöhte Gefahr von Thromboembolien bei Männern mit Prostatakarzinom

Bei Männern mit Prostatakarzinom ist in der Behandlung auf Thromboembolien zu achten.

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:

LONDON. Männer mit Prostatakarzinom haben ein hohes Risiko, thromboembolische Komplikationen wie eine tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie zu entwickeln. Besonders gefährdet sind in dieser Hinsicht Patienten, die eine Hormontherapie etwa mit Analoga des Gonadotropin-Releasing Hormons (GnRH) erhalten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe um Mieke van Hemelrijck aus London nach einer umfassenden Analyse von Daten des nationalen schwedischen Prostatakrebs-Registers, das Informationen von 76 600 Patienten mit Prostatakarzinom in Schweden enthält, von denen 30 642 eine hormonelle Therapie (GnRH-Agonisten, Antiandrogene, Orchiektomie) erhielten (Lancet Oncology 2010; 11: 450).

Schon bei einer im letzten Jahr präsentierten Auswertung dieser Daten kam das Forscherteam zu dem Ergebnis, dass die hormonelle Therapie bei Prostatakrebs das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie KHK, Arrhythmien und Herzinsuffizienz erhöht. Als relativ am sichersten erwies sich dabei die Therapie mit Antiandrogen, am riskantesten für Herz und Gefäße war die Behandlung mit GnRH-Agonisten.

Im Fokus der aktuellen Analyse stand die Entwicklung von Thromboembolien bei diesen Patienten, wobei ihr Risiko in Relation zu dem einer Population schwedischer Männer ohne Prostatakrebs analysiert wurde. Im Beobachtungszeitraum (1997 bis 2007) traten bei 1881 Patienten thromboembolische Ereignisse auf, davon 767 tiefe Beinvenenthrombosen, 873 Lungenembolien und 241 arterielle Embolien.

Prostatakrebs war generell mit einem erhöhten Thromboembolie-Risiko assoziiert - unabhängig davon, ob die Behandlung aus einer hormonellen Therapie, einer Prostatektomie oder aus aktiver Überwachung der Patienten bestand. Allerdings war die Höhe des Risikos je nach Behandlung unterschiedlich. Am höchsten war das Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien bei Patienten mit endokriner Therapie. Nicht erhöht war dagegen das Risiko für arterielle Embolien.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Datenbankstudie

Wann DOAK wieder ansetzen nach Darmspiegelung?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zähneknirschen

Wann Hausärzte an Bruxismus denken sollten – und was dann zu tun ist

Lesetipps
Arzt füllt Rezept aus

© Bernhard Schmerl / stock.adobe.com

Verordnungen

Praxisbesonderheiten werden erst bei neuen Vereinbarungen abgeschafft

Blutgefäß mit Thrombose.

© Tinttrex / stock.adobe.com / Generated with AI

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht