Erkältete erwarten nur selten Antibiotika-Rezept

BERLIN (eis). Die wenigsten Menschen in Deutschland erwarten bei einer Erkältung, vom Arzt ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen. Und wenn sie es erwarten, dann lassen sich die meisten das begehrte Medikament vom Arzt auch ausreden, hat jetzt eine Umfrage ergeben.

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Bei einer banalen Erkältung wollen viele Patienten gar kein Antibiotikum.

Bei einer banalen Erkältung wollen viele Patienten gar kein Antibiotikum.

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Forscher vom Robert Koch-Institut und von der Charité in Berlin haben deutschlandweit 1076 Personen im Alter von 15 bis 78 Jahren über ihre Einstellungen zu Antibiotika befragt (Euro Surveill 2010 online). 92 Prozent gaben dabei an, dass sie ein Antibiotikum nur einnehmen würden, wenn dies unbedingt notwendig wäre. Allerdings meinten fast 38 Prozent, dass bei normaler Erkältung oder Grippe erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann.

Anders gefragt gab dabei gut jeder zehnte Teilnehmer (n=113) an, dass er erwartet, bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen. Von diesen erklärten aber immerhin 80 Teilnehmer (71 Prozent), dass sie ihrem Arzt vertrauen würden, wenn dieser ein Antibiotikum für überflüssig halte. Weitere 8 Teilnehmer (7 Prozent) wären zwar unzufrieden mit der Entscheidung gegen ein Antibiotikum, würden sie aber akzeptieren. Nur 14 Befragte (12 Prozent) würden die Verschreibung in jedem Fall durchsetzen wollen, und 3 Befragte (3 Prozent) würden bei Nichtverordnung zu einem anderen Arzt gehen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Programmiertes Missverständnis

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