E-Zigaretten

Erste Spur bei den mysteriösen Lungenerkrankungen

Bei den mysteriösen Lungenerkrankungen in den USA gibt es einen Hinweis auf die Ursache. Doch die zuständige Behörde bremst.

Veröffentlicht: 06.09.2019, 14:23 Uhr

NEW YORK. Nach zwei Todesfällen und mehr als 200 Lungenerkrankungen im möglichen Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA gibt es anscheinend eine heiße Spur.

Untersuchungen der konsumierten Produkte hätten einen Stoff in den Fokus gerückt, der möglicherweise für die Beschwerden verantwortlich sei, berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag. Die Zeitung berief sich dabei auf interne Kommunikation der Gesundheitsbehörde FDA mit Behörden aus den betroffenen Bundesstaaten.

Vitamin-E-Azetat gefunden

Bei dem Stoff, der bei verschiedenen Marken in mehreren Liquids vorkommt, handelt es sich demnach um ein Öl, das aus Vitamin E gewonnen wird. Wegen seiner molekularen Struktur könne der Stoff beim Einatmen gefährlich werden.

Die Ermittler hätten das Vitamin-E-Azetat in Proben von Cannabisprodukten gefunden, die die Erkrankten zuvor gedampft hatten. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

Die FDA kommentierte den Bericht nicht direkt. Sie erklärte, dass mehr Informationen benötigt würden, um die Verbindung zwischen speziellen Produkten oder Substanzen und den gemeldeten Krankheitsfällen besser zu verstehen.

„Es gibt keine Substanz, einschließlich Vitamin-E-Azetat, die in allen Proben identifiziert wurde“, hieß es. Die Zusammensetzung der Stoffe in den Proben, von denen die FDA nun schon mehr als 100 erhalten habe, seien nur ein Stück des Puzzles. Die Untersuchungen gingen weiter.

Vermehrt Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen

In den USA hatten sich die Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, in den vergangenen Wochen gehäuft. Mehr als 200 Erkrankungen und zwei Todesfälle waren in einer Reihe von Bundesstaaten aufgetreten.

Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. (dpa)

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