Etanercept - eine neue Option, wenn NSAR bei M. Bechterew nicht helfen

BERLIN (gvg). Der lösliche TNF-alfa-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) kann jetzt auch bei Patienten angewendet werden, die einen Morbus Bechterew haben. Das Präparat wurde für schwere Formen der Erkrankung zugelassen, bei denen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) ohne Effekt bleiben.

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Zugelassen für Bechterew-Patienten durch die Europäische Zulassungsbehörde ist das Biological seit Januar.

Die Zulassung beruht auf einer Phase III-Studie mit 277 Patienten mit aktivem M. Bechterew. Die Hälfte von ihnen erhielt zweimal pro Woche eine subkutane Injektion von je 25 mg der Substanz, wie Professor Gerd-Rüdiger Burmester von der Charité in Berlin berichtet hat (Arthritis and Rheumatism 48, 2003, 3230). In dieser Placebo-kontrollierten Studie wiesen 60 Prozent der Patienten in der Verumgruppe nach zwölf Wochen eine mehr als 20prozentige Verbesserung des ASAS-Scores auf, so Burmester bei einer Veranstaltung des Unternehmens Wyeth in Berlin. In der Placebogruppe sei das nur bei 27 Prozent der Patienten der Fall gewesen, was einen signifikanten Unterschied bedeutet.

In den ASAS-Score (Assessment in Ankylosing Spondylitis) gehen als Parameter die Schmerzen, Entzündungszeichen und das Ausmaß der körperlichen Funktionsstörung der Bechterew-Patienten ein.

"Etanercept sollte Patienten mit Morbus Bechterew angeboten werden, wenn zwei Therapieversuche mit unterschiedlichen nichtsteroidalen Antirheumatika erfolglos geblieben sind", sagte der Rheumatologe. Man könne davon ausgehen, daß das bei etwa einem Viertel der Betroffenen der Fall sei. Generell sei ein BASDAI-Score, der trotz NSAR-Therapie über einem Wert von vier bleibe, nicht zufriedenstellend. Diese Patienten seien dann Kandidaten für eine Etanercept-Behandlung. Anders als der ASAS-Score werden bei dem in Deutschland gebräuchlicheren BASDAI-Score Schmerzen, Müdigkeit und Morgensteifigkeit von den Patienten ausschließlich mit visuellen Analogskalen von null bis zehn bewertet.

Vor Beginn einer Etanercept-Therapie sei ein Tuberkulintest indiziert, so Burmester. Ist dieser ohne vorherige Impfung positiv, so sollte der Anti-TNF-alfa-Behandlung eine vierwöchige prophylaktische Therapie mit Isoniazid vorausgehen, um die Reaktivierung einer eventuellen latenten Tuberkulose zu verhindern. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie empfiehlt bei Reaktivierung Isoniazid für insgesamt neun Monate.

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