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Experten rätseln, wie H5N1 nach Deutschland kam

RÜGEN (dpa/ddp). Auf der Ostseeinsel Rügen wurden gestern über 100 tote Schwäne gefunden. Sie werden jetzt auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 untersucht. Um die Fundorte wurde eine Schutzzone eingerichtet. Derweil rätseln Experten darüber, wie sich die Tiere infizieren konnten.

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Nach dem Nachweis des auch für Menschen gefährlichen H5N1-Vogelgrippe-Virus bei zwei Schwänen auf Rügen muß Geflügel im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern eingesperrt werden. Bundesweit ist eine Stallpflicht ab Freitag geplant.

In einer Sperrzone im Radius von drei Kilometern um die Fundorte der toten Schwäne darf mindestens 21 Tage lang kein Geflügel oder Geflügel-Fleisch ein- oder verkauft werden. Das Bundesgesundheitsministerium warnte jedoch vor Panik. Es gebe kein erhöhtes Risiko für die Ansteckung bei Menschen.

Der Weg des Vogelgrippe-Virus H5N1 nach Deutschland ist für Experten noch unklar. Die auf Rügen verendeten Höckerschwäne könnten nur kurze Strecken zurücklegen und daher nicht aus Vogelgrippe-Regionen stammen, sagte der Ornithologen Dr. Franz Bairlein aus Wilhelmshaven.

Er hält es für möglich, daß die Tiere verhungert oder Opfer des strengen Winters geworden sind und gleichzeitig auch Grippeviren in sich getragen haben. Wasservögel könnten ein natürliches Reservoir für H5N1 sein, so Bairlein. Sie könnten das Virus tragen, ohne daran zu erkranken.

Daß in Europa vor allem Schwäne mit H5N1 sterben, stimmt auch den niederländischen Grippe-Experten Professor Albert Osterhaus nachdenklich. Nach seiner Ansicht sind Schwäne jedoch sehr empfindlich für das Virus und stürben schneller daran als zum Beispiel Enten. "Deshalb sollte jetzt untersucht werden, ob auch andere Vögel bereits das Virus tragen".

Für Menschen in Europa habe sich die Gefahr durch die Vogelgrippe jedoch nicht erhöht. Anders als in Afrika oder Asien könne hier durch die Art der Geflügelhaltung der Kontakt mit Menschen besser vermieden und kontrolliert werden.

Lesen Sie dazu auch: Chronologie der Vogelgrippe

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: H5N1-Virus bleibt unberechenbar

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