Tierseuche

Fast täglich neue Fälle von Vogelgrippe

Ein solch großes Ausmaß von Vogelgrippe gab es bisher nicht. Geflügelhalter hoffen, dass die Seuche im Frühling abklingt.

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RIEMS. Seit November ist die Vogelgrippe mit den Erregern H5N8 und H5N5 bundesweit in rund 75 Geflügelhaltungen, davon mehr als 40 Großhaltungen, ausgebrochen. In 19 Fällen waren Hobby- und Kleinhaltungen, in 15 Fällen Zoos und Tierparks betroffen. Die Seuche grassiert dabei mit unverminderter Intensität in Deutschland und Anzeichen für ein Abklingen gibt es bisher nicht, so die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems, Elke Reinking.

Erst vergangene Woche teilte der Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen) mit, dass in einem Betrieb mit 13.000 Putenhennen und 18.000 Putenküken Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen wurden. Die Tötung des Bestands werde bereits vorbereitet.

Mittlerweile haben die Fälle bei Wildvögeln sowie die Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln ein nie zuvor erfasstes Ausmaß angenommen, so das FLI in seiner Risikoanalyse. Fast 900 Wildvögel wurden seit November positiv auf den Erreger getestet. Täglich gehen beim FLI mehrere mit dem H5N8-Erreger belastete Proben aus ganz Deutschland ein.

Viele Geflügelhalter hoffen auf ein Abklingen der Epidemie durch steigende Temperaturen. Aber "steigende Temperaturen allein bedeuten nicht zwingend ein geringeres Eintragsrisiko für Geflügelbestände", sagte Reinking. Sie verwies auf Ausbrüche von H5N1 im Sommer 2007 in Deutschland und auf den Geflügelpest-Hotspot Asien, wo es trotz hoher Temperaturen immer wieder zu Ausbrüchen kommt.

Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, erklärte Reinking. "Bei Wärme und Trockenheit wird das Virus schnell inaktiv, bei kühlen Temperaturen und in feuchtem Milieu bleibt es lange infektiös." Auch eine stärkere UV-Strahlung, beispielsweise durch die immer kräftiger werdende Frühlingssonne, begünstige die Inaktivierung des Vogelgrippe-Erregers in der Umwelt.

Das FLI verwies dazu auf experimentelle Untersuchungen. So war der Erreger im feuchten Vogelkot bei 4°Cmehr als 35 Tage aktiv, bei Lufttemperaturen zwischen 15° und 20°C zwischen 5 bis 19 Tagen. Auch die Wassertemperatur spielt laut FLI eine Rolle für die Infektiosität. Während das Virus bei 0°C Wassertemperatur bis zu 100 Tage infektiös bleibt, ist bei 22°C warmem Wasser nach etwa vier bis sieben Tagen keine Infektiosität mehr nachweisbar.

Aktuell geht das Friedrich-Loeffler-Institut weiter von einem unvermindert hohen Eintragungsrisiko aus. Die Belastung der Umwelt, beispielsweise durch den Kot infizierter Tiere, sei beträchtlich, heißt es in der Risikoanalyse. Welchen Einfluss der Vogelzug im Frühjahr auf die Seuche hat, müsse abgewartet werden. (dpa)

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