Bei Darmkrebspatienten

Fatigue und Depressionen selten erkannt

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Darmkrebspatienten haben noch Jahre nach der Diagnose ein deutlich erhöhtes Fatigue-Risiko. Auch werden depressive Symptome zu selten erkannt und therapiert.

TILBURG.Von über 3700 Patienten mit kolorektalem Karzinom (KRK) litten fast 40 Prozent unter Fatigue-Symptomen, ergab eine niederländische Studie (Eur J Cancer 2013; online 1. März).

Die höchsten Werte mit durchschnittlich 21 Punkten in einem 50-Punkte-Score (FAS = Fatigue Assessment Scale) bestand, wenn weniger als fünf Jahre seit Diagnosestellung vergangen waren. Patienten, deren Diagnose fünf oder mehr Jahre zurücklag, erreichten 20 Punkte.

Die Fatigue-Prävalenz in der Durchschnittsbevölkerung liegt mit 22 Prozent zwar relativ hoch, das Risiko bei den KRK-Patienten war jedoch signifikant größer. Bei der Vergleichsgruppe - 338 repräsentativen Niederländern, die an einer Online-Befragung teilgenommen hatten - lag der mittlere Fatigue-Score bei 18.

Bei operierten Patienten war eine anschließende Radiochemotherapie ein unabhängiger Risikofaktor für Fatigue (OR 1,63). Bei Angst und depressiven Symptomen erhöhte sich das Fatigue-Risiko um den Faktor 1,16 bzw. 1,38.

Bei etwa 20 Prozent der Krebspatienten zeigten sich im HAD-Score (Hospital Anxiety and Depression) klinisch relevante psychische Probleme (Angst oder Depression).

Von den Patienten, die in den ersten fünf Jahren in einem Selbstauskunftsbogen (SCQ = Self-Administered Comorbidity Questionnaire) über depressive Symptome berichteten, hätten allerdings nur 57 Prozent eine antidepressive Therapie erhalten, in der Vergleichsgruppe 75 Prozent.

Darmkrebspatienten über Langzeitfolgen einer Chemotherapie informieren

Bemerkenswert für die Wissenschaftler war auch der hohe Fatigue-Anteil bei Patienten, die vor ihrem Darmkrebs noch ein oder mehrere andere Tumorerkrankungen, beispielsweise ein malignes Melanom, durchgemacht hatten.

Von diesen hatten 40% noch Jahre nach der letzten Krebsdiagnose unter den Ermüdungserscheinungen zu leiden.

Wie die Forscher spekulieren, spielen hier möglicherweise Entzündungsmechanismen eine Rolle, die durch die Erkrankung selbst, aber auch durch deren Behandlung in Gang gesetzt und auf niedrigem Niveau über lange Zeit aufrechterhalten werden. Darmkrebspatienten müssen verstärkt auf die möglichen Langzeitfolgen einer Chemotherapie hingewiesen werden, folgern Thong et al.

Vor allem auf die psychischen Probleme dieser Patienten müsse stärker eingegangen werden. Die Ergebnisse, so die Autoren, legen nahe, dass es hier sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Therapie hapert. (EO)

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