Prostata-Karzinom

Fischöl bremst Prostatakrebs aus

Ändern Männer mit Prostatakrebs ihre Ernährung und konsumieren mehr Omega-3-Fettsäuren, bremst dies das Wachstum der Tumorzellen.

Veröffentlicht: 06.11.2011, 17:45 Uhr

LOS ANGELES (mut). Mit einer ungewöhnlichen Studie haben US-Forscher aus Los Angeles nachgewiesen, dass die Ernährung das Teilungsverhalten von Prostata-Tumorzellen beeinflusst.

Ein Team um Dr. William Aronson hat 55 Männer mit Prostatakarzinom vier bis sechs Wochen vor der Entfernung der Drüse unterschiedliche Mahlzeiten aufgetischt.

Übliche Diät vs. fettreduzierte Diät

Etwa die Hälfte bekam die übliche US-amerikanische Diät, bei der 40% der Kalorien überwiegend aus gesättigten Fettsäuren stammten, das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren betrug 15:1.

Die andere Hälfte bekam eine fettreduzierte Diät, hier stammten nur 15% der Kalorien aus Fetten, und das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren lag bei 2:1.

Um dieses günstige Verhältnis zu erreichen, erhielten die Teilnehmer in dieser Gruppe zusätzlich täglich 5 g Fischöl. Die Mahlzeiten wurden von Klinikköchen zubereitet und den Männern zugestellt (Cancer Prev Res 2011; 4:1-10).

Fischöldiat: Teilungsrate der Krebszellen ein Drittel niedriger

Nach der Prostatektomie nahmen die Forscher die Tumorzellen genauer unter die Lupe. Sie stellten fest, dass sich bei Männern mit der Fischöldiät in den Zellmembranen das Fettsäureverhältnis zugunsten von Omega-3-Fettsäuren verschoben hatte.

Noch interessanter war jedoch das Teilungsverhalten der Zellen: Mit der Fischöldiät lag die Teilungsrate der Krebszellen ein Drittel unter der von Männern mit normaler Ernährung.

Hohe Teilungsrate geht mit ungünstiger Prognose einher

Dies ist insofern relevant, als eine hohe Teilungsrate mit einer ungünstigen Prognose und einem erhöhten Metastasierungsrisiko einhergeht.

Auch das Rezidivrisiko nach der Prostata-Op ist erhöht, wenn sich die Tumorzellen rasch teilen.

Wie es zu dem günstigen Effekt kommt, ist unklar

Verwendeten die Wissenschaftler nun Serum der Männer mit der Fischöldiät, so konnte dieses die Teilung von Krebszellen in vitro ebenfalls bremsen. Beim Serum der Männer mit der herkömmlichen Ernährung gelang dies nicht.

Über welche Faktoren der günstige Effekt vermittelt wird, ist allerdings noch unklar.

Die Forscher hatten zunächst gehofft, mit der Fischöldiät die Konzentrationen des proliferationsfördernden Wachstumsfaktors IGF-1 im Blut zu verringern, dies war aber nicht der Fall. Sie vermuten daher andere Mechanismen.

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