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Lebensbedrohliche Blutungen

Gefäßmediziner fordern: Abbinden muss geschult werden

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Mannheim. Mindestens ein Drittel aller Unfallopfer stirbt durch Verbluten. Experten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e. V. (DGG) fordern daher, Blutungsstillung in Erste-Hilfe-Kurse aufzunehmen.

„Die unkontrollierte, lebensbedrohliche Blutung ist nach wie vor die Haupttodesursache bei schwerverletzten Patienten sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld“, wird Dr. Daniel Hinck vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg in einer Mitteilung der DGG zitiert.

Bisher lägen noch nicht genügend Studien vor, um die Zahl der Menschen zuverlässig beziffern zu können, die durch adäquate medizinische Versorgung – etwa durch Abbinden der Verletzung – vor dem Verblutungstod gerettet werden könnten, teilt die DGG aus Anlass ihrer Tagung in Mannheim mit. „Wir gehen aber davon aus, dass eine unkontrollierte Blutung in 50 Prozent der Fälle die Ursache für den Tod eines Soldaten ist“, berichtet Hinck. Für schwerstverletzte Unfallopfer in der Zivilbevölkerung werde diese Quote bei 33 bis 56 Prozent angesetzt.

Die DGG hat 2013 die Kommission für Katastrophenmedizin und Gefäßtraumatologie gegründet. Sie widmet sich zusammen mit anderen medizinischen Gesellschaften unter anderem der bundesweiten Verbreitung von Tourniquets. „Ziel ist, die Tourniquets in der Ersten Hilfe und in der Laienrettung zu etablieren. Im deutschen Rettungswesen, bei polizeidienstlichen Kräften und im deutschen Militär sind diese schon fast flächendeckend verbreitet, auch bei der Deutschen Bahn und Bundespolizei“, erläutert Hinck in der Mitteilung der DGG.

Der DGG-Experte plädiert deshalb dafür, das Abbinden von Blutungen mit Tourniquets regulär in allen Erste-Hilfe-Kursen zu schulen. „Darüber hinaus gehört ein Tourniquet in jeden Erste-Hilfe-Kasten im Kofferraum“, ergänzt Professor Dittmar Böckler, Präsident der DGG. (eb)

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