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Psychiatrie

Gemeinsam Singen heilt die kranke Seele

Gemeinschaftssingen mit Nicht-Patienten stabilisiert psychisch Kranke, wie ein britisches Projekt zeigt.

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Gilt nicht nur für Chöre: Gemeinschaftliches Singen tut gut. Das wurde jetzt auch für Gruppen psychisch kranker Patienten bestätigt.

Gilt nicht nur für Chöre: Gemeinschaftliches Singen tut gut. Das wurde jetzt auch für Gruppen psychisch kranker Patienten bestätigt.

© GlobalStock / Getty Images / iStock

NORWICH. Psychisch Kranke können von wöchentlichem Gemeinschaftssingen mit der Bevölkerung profitieren, berichten Forscher der University of East Anglia (UEA) in England. Nach ihren Angaben wurden durch das "Sing Your Heart Out project" (SYHO) Stimmung und soziale Kompetenzen von Patienten verbessert und auch Rezidive verhindert (Med Humanit 2017, online 27. November). Die Ärzte rufen auch andere Kommunen dazu auf, solche Gesangsgruppen ins Leben zu rufen.

Das SYHO-Projekt wurde 2005 an der psychiatrischen Klinik in Norwich gegründet und hat sich dann in der Gemeinde verbreitet. Sowohl psychisch Kranke als auch die Bevölkerung singen gemeinsam; regelmäßig würden von den wöchentlichen Singstunden hunderte von Menschen angezogen.

Forscher der UEA Norwich Medical School haben 20 Psychiatrie-Patienten mit schweren Erkrankungen in der Anamnese ein halbes Jahr begleitet. Dabei gab es Subgruppen mit Sängern, Organisatoren und Stimmbildnern, die aus einem Gemeinschaftsfonds bezahlt wurden. Den Patienten haben das Singen und die Begegnungen mit Nicht-Kranken geholfen, den Alltag besser zu meistern, berichtete Professor Tom Shakespeare, Leiter der Studie, der "BBC".

Er hob hervor, dass hier nur wenig Engagement und kaum Geld nötig seien, um die Heilung der Patienten zu fördern. Sie fühlten sich zugehörig und entspannt. Auch das besondere Atmen beim Singen habe ihnen gutgetan.

Der Bezeichnung "Chor" sei beim SYHO-Projekt vermieden worden, um Interessenten nicht abzuschrecken, so Shakespeare zur "BBC". Anders als bei einer Musiktherapie müsse auch kein Teilnehmer über seine seelische Verfassung sprechen. Jeder könne Töne erzeugen, noch nie sei jemand abgewiesen worden, betonte der Forscher. Es gebe keinen Leistungs-Druck, weil nicht für Auftritte geübt werde. Dadurch sei die Stimmung meist fröhlich und es gebe keine Berührungsängste. (eis)

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