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Nikotin-Rezeptoren

Geringere Hochregulation ist günstiger

Raucher mit geringerer Hochregulation von Nikotinrezeptoren haben offenbar eine größere Erfolgsaussicht bei der Raucherentwöhnung.

Veröffentlicht:

LOS ANGELES. Obwohl lange bekannt ist, dass bei Rauchern nikotinische Acetylcholinrezeptoren (nAChRs) hochreguliert werden, wurde der Einfluss dieser neuronalen Regulationsprozesse auf den Erfolg der Tabakentwöhnung bisher nicht untersucht.

US-amerikanische Forscher haben nun vor Beginn einer Entwöhnungsmaßnahme an einer Stichprobe von 81 abhängigen Rauchern im PET/CT-Scan des Gehirns die Dichte der a;4ß2-nAChRs gemessen (JAMA Psychiatry 2014; 71(7): 797-805).

Anschließend erfolgte über zehn Wochen eine doppelblinde, randomisierte Entwöhnungsbehandlung mit Nikotin- versus Placebopflastern, die wöchentlich 15-minütige Kontakte zur Kontrolle der Medikation und möglicher Nebenwirkungen sowie zum Monitoring des Rauchstatus der Probanden beinhaltete.

Als erfolgreicher Rauchstopp wurde ein berichteter Zeitraum von mindestens sieben rauchfreien Tagen oder ein CO-Level von höchstens 3 ppm gewertet.

Die anfänglich erhobenen PET-Scans wurden hinsichtlich verschiedener Regions of interest (ROI) ausgewertet, die für eine Hochregulation der a;4ß2-nAChRs bei Rauchern bekannt sind, etwa der Nucleus accumbens oder der Hippocampus. Als Indikator für die Verfügbarkeit und Regulation der a;4ß2-nAChRs wurde für jede ROI das spezifische Bindungsvolumen (Vs/fp) berechnet.

Eine Kovarianzanalyse des Zusammenhangs der Verfügbarkeit der Nikotinrezeptoren und Behandlungserfolg ergab geringere Vs/fp-Werte bei denjenigen Studienteilnehmern, die am Ende der Entwöhnung rauchfrei waren. Dieser Zusammenhang zeigte sich für alle ROI.

Die schrittweise logistische Regression zeigte außerdem, dass der Vs/fp-Quotient eine zusätzliche, über die selbstberichteten Variablen der Probanden hinausgehende Vorhersagekraft aufwies.

Dies spricht für einen starken Zusammenhang der neurobiologischen Veränderungen mit dem Erfolg einer Entwöhnungsbehandlung.

Nikotin bindet sich an nicotinergen Acetylcholinrezeptoren

Histologische und bildgebende Untersuchungen belegen die spezifische Bindung von Nikotin an nicotinergen Acetylcholinrezeptoren und die Hochregulation dieses Rezeptorsubtyps bei regelmäßiger Verabreichung von Nikotin, kommentieren Professor Anil Batra und Dipl. Psych. Sara Hanke, beide von der Uniklinik Tübingen.

Der a;4ß2-Subtyp scheine insofern von Bedeutung zu sein, als über die prä- und postsynaptische Stimulation dieser Rezeptoren auf dopaminergen Neuronen die zentral verstärkende Wirkung des Nikotins vermittelt wird.

Die fehlende Stimulation dieser Rezeptoren im Nikotinentzug gehe mit leichten vegetativen Entzugssymptomen, aber auch mit einer Störung des emotionalen Erlebens bis hin zur Depressivität einher.

Zu beachten sei allerdings, dass nicht nur die Hochregulation der nAChRs, sondern auch eine Neuroadaptation nachgeschalteter Neurotransmittersysteme (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, GABA oder Glutamat) für die Entzugssymptomatik verantwortlich sein könnte.

Insofern sei plausibel, dass das Ausmaß der Hochregulation dieser Rezeptoren (und damit indirekt auch das Ausmaß der beobachteten Entzugssymptomatik) mit dem Behandlungserfolg korreliert. (eb)

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