Diabetes mellitus

Glitazon zusätzlich zu Zweier-Kombi zögert eine Insulintherapie hinaus

KOPENHAGEN (hbr). Patienten, die mit zwei oralen Antidiabetika ihr HbA1c-Ziel nicht erreichen, sollen den deutschen Diabetes-Leitlinien zufolge Insulin erhalten. Eine andere Option könnte ein drittes orales Medikament sein.

Veröffentlicht: 17.01.2007, 08:00 Uhr

"Die orale Dreier-Kombination kann bei Typ-2-Diabetikern eine Alternative zur Insulintherapie bieten", sagt Professor Jean Frederic Blickle von der Universität Straßburg. Er hat das Konzept in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit Zugabe von Pioglitazon zu Metformin und Sulfonylharnstoff untersucht.

Nach insgesamt sieben Monaten war der HbA1c bei den Patienten mit dem Glitazon auf 7,3 Prozent gesunken. 82 Prozent der Patienten hatten einen Wert unter acht Prozent erreicht. Mit Placebo statt Glitazon schafften das nur 42 Prozent, und die Gruppe hatte sich auf einen HbA1c von 8,4 Prozent im Mittel verschlechtert.

Dem französischen Grenzwert von acht Prozent zufolge bestand also ein Insulinbedarf bei 18 Prozent der Glitazonpatienten und bei 58 Prozent der Plazebogruppe. Tatsächlich wurde nur einem Patienten im Glitazonarm und elf Patienten im Plazeboarm Insulin verschrieben.

Das Glitazon verzögert die erforderliche Insulintherapie signifikant. "Die Glitazonzugabe zu Metformin und Sulfonylharnstoff kann auch nach zwölf Jahren Diabetes die Glykämie noch verbessern", so Bickle beim europäischen Diabeteskongreß in Kopenhagen.



DIE STUDIE IN KÜRZE

Frage: Kann eine Dreier-Kombi-Therapie aus Metformin, Sulfonylharnstoff plus Pioglitazon eine Insulinbehandlung verzögern?

Methode: Doppelblinde, placebokontrollierte Studie. Teilnehmer: 289 Patienten, im Mittel 59 Jahre alt; seit zwölf Jahren mit Diabetes; zuvor mit 1700 mg Metformin und Maximaldosis eines Sulfonylharnstoffes therapiert; Nüchternblutzucker 180 mg/dl, HbA1c 8,1 Prozent. Die Patienten erhielten zusätzlich zu Metformin und Sulfonylharnstoff 30 mg Pioglitazon oder Placebo.

Ergebnisse: HbA1c in der Verumgruppe bei 7,3 Prozent, in der Placebogruppe bei 8,4. 82 Prozent in der Verumgruppe unter 8 Prozent, 42 Prozent in der Placebogruppe. (hbr)

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