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"Gute Katholiken verwenden Kondome"

KÖLN (mkl). Unmittelbar nach ihrer Anmeldung zum Weltjugendtag in Köln konnten die jungen Pilger auf Plakaten als "Engelchen" und "Teufelchen" stilisierte Kondome bestaunen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) begrüßte die jungen Katholiken vor der Kölner Messe mit Motiven aus ihrer Aids-Präventionskampagne. Obwohl die Veranstalter des Weltjugendtages den Einsatz von Präservativen kategorisch ablehnten, haben verschiedene Organisationen und Parteien während des Welttreffens der katholischen Jugend Kondome an die jungen Pilger verteilt.

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Bei manchen jungen Katholiken stößt die Haltung der Kirche in dieser Frage auf Unverständnis und harsche Kritik. "Die Bischöfe machen sich schuldig und fördern eine Kultur des Todes, wenn sie Kondome als Verhütungsmittel gegen HIV/Aids verbieten", sagte Tobias Raschke, Koordinator der Initiative "Weltjugendtag für alle". Er und seine Mitstreiter wollten den Dialog innerhalb der Kirche anregen. "Gute Katholiken verwenden Kondome" war einer ihrer Slogans auf Plakatwänden in der Domstadt. Präservative zu verteilen, wagten sie aber nicht.

Kölner Aids-Hilfe verteilte insgesamt 33 000 Kondome

Die Mitarbeiter der Kölner Aids-Hilfe dagegen ließen es nicht bei Worten, sondern schritten auch zur Tat. Unter dem Motto "Liebe Deinen Nächsten" verteilten sie insgesamt 33 000 Kondome und 100 000 mehrsprachige Informationsbroschüren, abends auch vor den Sammelunterkünften der Pilger.

Daß dieses Engagement von den Verantwortlichen des Weltjugendtages nicht erwünscht war, blieb für Klaus Kwaschnik von der Kölner Aids-Hilfe unerklärlich: "Wir möchten die Jugendlichen informieren und zu verantwortlichem Handeln motivieren." Die Pilger reagierten überaus positiv. Vor allem die spanischen Broschüren waren schnell vergriffen, berichtete er.

Unterstützt wurde die Kölner Aids-Hilfe durch den Arzneimittel-Hersteller Abbott Virology. Das Wiesbadener Unternehmen forderte die Pilger außerdem auf Bildschirmen in Kölner U-Bahnstationen zu "Safer Sex" auf. Ein attraktiver junger Gärtner in einem Rosengarten warnte darin: "Augen auf im Garten der Lüste!".

Auch Politiker kritisierten die Haltung der Weltjugendtagsverwaltung. "Das strikte Kondom-Verbot entbehrt jeglicher Vernunft und Verantwortung", sagte Sylvia Löhrmann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Düsseldorfer Landtag. "Während an der Basis längst die Forderung besteht, Kondome zum Schutz vor Aids zuzulassen, verschließt sich die Amtskirche klaren Fakten, die die unmittelbare Gefahr durch Aids belegen."

Auch die FDP beteiligte sich an der Präventionskampagne

Auch die Kölner FDP unterstützte die Aufklärungsaktion der Kölner Aids-Hilfe und verteilte selbst Kondome. Ulrich Breite, Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln: "Die katholische Jugend verhält sich auch nicht anders als der Rest der Jugend."

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