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HIV-Kranke mit Lungenhochdruck profitieren von Bosentan

MÜNCHEN (wst). Bei HIV-Infizierten mit pulmonaler arterieller Hypertonie in den NYHA-Stadien III und IV reduziert die Therapie mit Bosentan die Symptomatik deutlich. Sie wirkt offenbar auch progressionshemmend. Bei Patienten, die auf eine Bosentan-Monotherapie nicht ausreichend ansprechen, lohnt der Versuch mit einer Kombinationstherapie, besonders mit Sildenafil.

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HIV-Patienten haben im Vergleich zur übrigen Bevölkerung ein bis zu 1000fach erhöhtes Risiko, eine pulmonale arterielle Hypertonie zu entwickeln. Bei der familiären oder idiopathischen pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) hat sich der Endothelin-Rezeptor-Antagonist Bosentan (Tracleer®) in kontrollierten Studien bereits als effektiv erwiesen.

In BREATHE-4, einer offenen Phase IIIb-Folgestudie der BREATHE-Studien (Bosentan Randomized Trial of Endothelin Receptor Antagonist Therapy for Pulmonary Hypertension), wurde jetzt der Nutzen speziell auch bei der HIV-assoziierten PAH ab dem NYHA-Stadium III belegt. Darauf wies Dr. Thomas Konorza vom Zentrum für Innere Medizin der Uniklinik Essen hin.

    6-Minuten-Gehstrecke wurde im Mittel um 91 Meter länger.
   

Die 16 Studienpatienten hatten zunächst vier Wochen lang täglich zweimal 62,5 mg Bosentan oral eingenommen, wie Konorza auf einem vom Unternehmen Actelion unterstützten Symposium bei den 11. Münchner AIDS-Tagen berichtet hat. Danach wurde die Dosis verdoppelt und so bis zum Ende der insgesamt 16wöchigen Studie fortgeführt.

Bis zum Ende der Studie hatte sich die durchschnittliche 6-Minuten-Gehstrecke von 333 Meter auf 424 Meter verbessert. Außerdem: Vor Therapiebeginn war ein Patient der NYHA-Klasse IV zuzuordnen, und alle anderen wurden in die NYHA-Klasse III eingestuft. Nach 16 Wochen Therapie mit Bosentan hingegen waren über 80 Prozent der Patienten in die NYHA-Klassen II und I eingestuft.

Dieses Ergebnis korrelierte mit signifikanten Besserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit im Alltag und des allgemeinen Wohlbefindens. Die virologische Kontrolle wurde durch die Therapie mit Bosentan offenbar nicht beeinträchtigt.

Mit einer Monotherapie bei Patienten mit symptomatischer PAH sollte nach Angaben von Konorza zumindest eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit - auf die NYHA-Stufen II oder I -, eine Verlängerung der 6-Minuten-Gehstrecke auf 380 Meter und ein systolischer Belastungsblutdruck von mindestens 120 mmHg erreicht werden. Gelinge dies nicht, sollte eine Kombinationstherapie erwogen werden. Aus Kasuistiken gibt es Hinweise, daß Sildenafil ein vielversprechender Kombinationspartner für Bosentan ist.

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