Direkt zum Inhaltsbereich

HNO-Ärzte plädieren für "Hörscreening" durch Hausarzt

Bereits ein Drittel der über 65-jährigen Menschen in Deutschland hat Hörprobleme. Hausärzte können zur Früherkennung von Hörstörungen wesentlich beitragen.

Veröffentlicht:
Hörscreening beim HNO-Arzt: Wesentlicher Beitrag zur Frühererkennung von Hörstörungen.

Hörscreening beim HNO-Arzt: Wesentlicher Beitrag zur Frühererkennung von Hörstörungen.

© hogreve / imago

MANNHEIM (bd). "Hören Sie noch gut?" Mit dieser schlichten Frage könnten Hausärzte ein "Hörscreening" bei ihren älteren Patienten vornehmen und diese gegebenenfalls an einen HNO-Arzt weiterleiten. Dafür plädierten Experten bei der 44. Fortbildungsveranstaltung für HNO-Ärzte in Mannheim.

"Schwerhörigkeit führt in die soziale Isolation, und in der Folge nimmt auch die Hirnleistung ab", warnte Professor Stefan Dazert aus Bochum. Zwischen 14 und 15 Millionen Menschen sind in Deutschland schwerhörig. Bereits ein Drittel der über 65-Jährigen leidet unter Hörproblemen.

Die eigentlichen Ursachen für die Presbyakusis seien noch weitgehend ungeklärt, deshalb seien vorbeugende Maßnahmen auch kaum möglich, sagte Dazert. Außer degenerativen Prozessen kämen am ehesten endogene und exogene Faktoren als mögliche Ursachen in Betracht, etwa familiäre Disposition, Fettstoffwechselstörungen und atherosklerotische Veränderungen sowie Lärmeinwirkung und Nebenwirkungen durch Medikamente und Noxen.

Von den Betroffenen würden Hörprobleme häufig negiert, meist seien es die Angehörigen, die darauf aufmerksam machten. Nach Angaben von Dazert sind die psychischen und sozialen Probleme im Zusammenhang mit Schwerhörigkeit noch weitgehend ungelöst.

Die Betroffenen empfänden Scham und fühlten sich stigmatisiert. Dies liege daran, dass Schwerhörigen oft Desinteresse und mangelnde Höflichkeit unterstellt werde. Somit suchten viele, diese behebbare Behinderung zu verbergen.

Eine rechtzeitige Verordnung von Hörgeraten sei eine wichtige Maßnahme, um psychische und soziale Folgen der Schwerhörigkeit möglichst gering zu halten. Obwohl es heute sehr kleine und sehr leistungsfähige Hörgeräte gebe, sei die Verordnung dennoch problematisch: "Die Betroffenen wollen sich nicht öffentlich brandmarken." Diese Bedenken auszuräumen, stelle hohe Anforderungen an HNO-Ärzte.

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Podcast Dr. Lars Reichstein

© Porträt: Dr. Lars Reichstein, Hamburg | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Lesetipps
Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Jörg Schelling

© Foto: Matthias Balk

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Ein Arzt arbeitet mit einer KI-Anwendung.

© Deemerwha studio / stock.adobe.com

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern