Direkt zum Inhaltsbereich

Harnwegsinfekt: Bei Kindern ist eine Urinkultur obligat

Ursache einer Enuresis kann auch ein Harnwegsinfekt sein. Bei Kindern gilt er grundsätzlich als kompliziert, sodass im Verdachtsfall stets eine Urinkultur angezeigt ist.

Von Angela Speth Veröffentlicht:
Wenn ein Kind es aufs Töpfchen schafft - gut. Nässt es aber ein, kann ein Harnwegsinfekt dahinterstecken.

Wenn ein Kind es aufs Töpfchen schafft - gut. Nässt es aber ein, kann ein Harnwegsinfekt dahinterstecken.

© st-fotograf/fotolia.com

DEGGENDORF. Vorab eine urologische Besonderheit bei Kindern: Stellt eine Mutter ihre kleine Tochter mit "Brennen beim Wasserlassen" vor, liegt es zwar nahe, einen Infekt zu vermuten.

Es kann aber auch eine Enuresis dahinter stecken: Was weh tut, ist eine Vulvovaginitis, die durch das feuchte Milieu bedingt ist.

Schmerzen während der Miktion, wie sie bei Erwachsenen mit Harnwegsinfekten auftreten, gebe es bei Kindern eigentlich nicht, schreibt Dr. Maria Bürst aus Deggendorf (MMW 2010; 1-2: 16).

Nässt ein Kind nachts ein, kommt differenzialdiagnostisch ein Harnwegsinfekt als sekundärer Auslöser infrage. Wenn sich bei Anzucht ein Wachstum von über 100.000 Keimen/ml herausstellt, müsse sofort eine Antibiose beginnen, rät die Urologin.

Sie bevorzugt Trimethoprim-mono in einer Dosis von 2 mg/kg zweimal täglich für 5 bis 7 Tage. Ihre Argumente für diesen Arzneistoff: Er wirke ähnlich gut wie die übliche Trimethoprim-Sulfonamid-Kombination, habe aber den Vorteil, dass mit dem Weglassen des Sulfonamids dessen Allergisierungspotenzial entfällt.

Eine Alternative ist Nitrofurantoin, denn es hat nach Angaben von Bürst geringe Resistenzraten und gilt als sicher. Kommt es bei dem Kind nach zwei Wochen zu einem Rezidiv, wird mit demselben Medikament wie bei der Erstinfektion behandelt.

Ereignen sich mehr als zwei Harnwegsinfekte in sechs Monaten, ist eine Langzeittherapie mit Trimethoprim oder Nitrofurantoin indiziert. Die Rezidivrate sinke so um 95 Prozent.

Bürst räumt noch mit verbreitetem Irrglauben auf: Während der Therapie viel zu trinken, sei nicht sinnvoll: Ob die Flüssigkeit die Erreger ausspült, ist fraglich, aber sie verdünnt die Antibiotika.

Gesichert ist ebenfalls nicht, ob Kühle Harnwegsinfekte begünstigt. Jedenfalls beugt Händewaschen vor dem Toilettenbesuch einer Ansteckung nicht vor.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exklusiv Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?

Lesetipps