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Hautkrebs-Risiko Schnaps?

Alkohol scheint das Risiko für weißen Hautkrebs zu erhöhen. Allerdings kommt es offenbar darauf an, was sich genau im Glas befindet. Denn mancher "Drink" kann das Risiko sogar senken.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Schnapstrinker haben ein um elf Prozent höheres Basaliomrisiko als Abstinente.

Schnapstrinker haben ein um elf Prozent höheres Basaliomrisiko als Abstinente.

© Kzenon/fotolia.com

KOPENHAGEN. Schnaps erhöht das Basaliomrisiko doppelt so stark wie Wein, Bier dagegen senkt es.

Für eine Analyse, wie sich Alkoholkonsum auf die Häufigkeit von Hautkrebs auswirkt, haben Forscher der Dänischen Krebsgesellschaft die Daten von 57.766 dänischen Bürgern durchforstet (J Invest Dermatol 2012, online 14. Juni).

"Dänemark hat eine der niedrigsten Abstinenzlerraten in den westlichen Ländern", schreiben sie. Das Land biete daher günstige Voraussetzungen, sich der gestellten Frage zu widmen.

Insgesamt erkrankten die untersuchten Personen an 1185 Basalzell- und 198 Plattenepithelkarzinomen. Dabei wirkte sich der Gesamtkonsum von Alkohol nicht signifikant auf das Basaliomrisiko aus.

Anders stellte sich die Lage dar, nachdem die Wissenschaftler die Daten nach verschiedenen Alkoholika aufgeschlüsselt hatten.

Die Gefahr, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken, war pro 10 g als Wein konsumierten Alkohols (ein Achtel) um 5 Prozent erhöht, mit Schnaps (einem Doppelten) sogar um 11 Prozent. Mit Bier (einem Viertel) hingegen war es um 3 Prozent verringert.

Keine Sonne im Wirtshaus

Plattenepithelkarzinome waren interessanterweise bei Trinkern fast um 50 Prozent seltener als bei (nahezu) abstinenten Menschen. Ein Effekt früheren Alkoholkonsums war nicht festzustellen, entscheidend für die Krebsgefahr war nur das aktuelle Trinken.

Es gibt einige Erklärungsansätze dafür, wie Alkohol weißen Hautkrebs, besonders Basalzellkarzinome, begünstigen könnte: Interferenzen mit immunologischen Prozessen, direkte mutagene Effekte etwa von Acetaldehyd und eine photosensibilisierende Wirkung.

Doch weshalb trugen in der Studie ausgerechnet Wein und Spirituosen zur Krebsentstehung bei? Jensen und seine Kollegen schließen hierbei sozioökonomische Störfaktoren nicht aus.

So weiß man, dass Basaliome häufiger bei Menschen mit hohem sozioökonomischem Status auftreten - in Gesellschaftskreisen mithin, wo vorzugsweise Wein statt Bier getrunken wird.

Schwere Trinker allerdings, wozu nach Studiendefinition schon Konsumenten von täglich etwas mehr als einem Liter Bier zählen, erkrankten seltener an Hauttumoren.

Hierzu bemerken die dänischen Forscher, bei schweren Trinkern werde jeder Alkoholeffekt von anderen Faktoren übertrumpft - etwa davon, dass sie sich seltener UV-Strahlung aussetzen. Im Wirtshaus scheint keine Sonne, soll das wohl heißen.

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