Hepatitis-B-Impfversagern hilft die Kombivakzine

NEU-ISENBURG (eis). Den meisten Non-Respondern auf die Hepatitis-B-Impfung kann offenbar mit dem Hepatitis-A/B-Kombi-Impfstoff doch noch zum Schutz verholfen werden. Das hat eine schwedische Studie ergeben.

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Zum Beispiel bei Blutentnahmen ist das Hepatitis-B-Infektionsrisiko in der Praxis erhöht.

Zum Beispiel bei Blutentnahmen ist das Hepatitis-B-Infektionsrisiko in der Praxis erhöht.

© Foto: Klaro

An der Studie von Forschern um Dr. Kristina Cardell von der Uniklinik in Linköping nahmen 48 Non-Responder aus medinischen Berufen teil (J Infect Dis 198, 2008, 299). Die Probanden hatten nach mindestens vier Hepatitis-B-Impfungen keine schützenden Antikörpertiter (mehr als 10 mIU/ml) entwickelt. Als Kontrollgruppe dienten 20 Probanden ohne bisherige Hepatitis-B-Impfung.

Alle wurden dreimal mit der doppelten Dosis des Kombinationsimpfstoffs (Twinrix®) intramuskulär geimpft, und zwar zu den Zeitpunkten 0, 1 und 6 Monate. Die Antikörpertiter wurden je ein Monat nach der ersten und der dritten Impfung überprüft.

Das Ergebnis: Von den 44 bisherigen Non-Respondern mit auswertbaren Daten hatten 42 (95 Prozent) nach der dritten Dosis schützende Hepatitis-B-Titer (Kontrollgruppe: 100 Prozent). Die gute Wirksamkeit wird dabei auf die hohe Gesamtdosis und einen positiven Effekt der Hepatitis-A-Komponente zurückgeführt.

Wegen der Infektionsgefahr im Beruf rät die Ständige Impfkommission dringend Ärzten und Arzthelferinnen zur Hepatitis-B-Impfung. Der Impferfolg ist vier bis sechs Wochen nach der dritten Impfung zu kontrollieren. Etwa fünf Prozent der Impflinge entwickeln aber auch nach wiederholten Impfungen keine ausreichenden Antikörper-Titer. Dabei spielen außer genetischen Faktoren besonders Übergewicht, Rauchen und Alter eine wesentliche Rolle.

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