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Herzstiftung in Sorge

Herzcheck bei Herzfehler wird oft vergessen

Die Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung ist besorgt über die unzureichende Nachsorge bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern. Eine bundesweite Infokampagne soll sensibilisieren.

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EMAH: eine stetig wachsende Patientengruppe. Die Grafik zeigt die (geschätzte) klinische Relevanz der angeborenen Herzfehler für die nächsten Jahrzehnte.

EMAH: eine stetig wachsende Patientengruppe. Die Grafik zeigt die (geschätzte) klinische Relevanz der angeborenen Herzfehler für die nächsten Jahrzehnte.

© Kompetenznetz Angeborene Herzfehler

FRANKFURT. Etwa 300.000 Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler, kurz EMAH, leben nach Angaben der Deutschen Herzstiftung in Deutschland. Ihre Zahl steige pro Jahr um etwa 6500. Allerdings würden derzeit viele nicht ausreichend medizinisch beraten und versorgt, beklagt die Stiftung in einer Pressemitteilung.

Gründe seien Informationsdefizite sowohl bei den Patienten selbst als auch bei betreuenden Ärzten, die keine ausreichende Erfahrung mit angeborenen Herzfehlern (AHF) besitzen. Für fast alle EMAH sei deshalb im Erwachsenenalter eine kontinuierliche, fachärztliche Weiterbehandlung etwa durch einen EMAH-spezialisierten Kardiologen wichtig, heißt es in der Mitteilung.

Alarmiert zeigt sich in der Mitteilung auch EMAH-Spezialist Professor Harald Kaemmerer vom Deutschen Herzzentrum München (DHM). Bei Betrachtung der Leistungszahlen von EMAH-Praxen und -Zentren zeige sich, dass ca. 200.000 der EMAH – also rund 80 % der Betroffenen insgesamt – nicht in einer spezialisierten Versorgung stehen ("Lost to follow-up").

Gerade Haus- und Allgemeinärzten komme bei der Ansprache und Motivierung der aus der Nachsorge "verlorenen" EMAH eine Schlüsselfunktion zu, betont die Stiftung. Sie könnten zum Beispiel Betroffene in eine EMAH-zertifiziert kardiologische Praxis oder Ambulanz, weiterverweisen und so die Behandlungskontinuität sichern.

Um dies zu unterstützen, haben sich die Deutsche Herzstiftung und EMAH-Spezialisten der EMAH-Zentren und -Praxen zum Ziel gesetzt, mit einer bundesweiten Informationskampagne Betroffene für die lebensnotwendige EMAH-zertifizierte Nachsorge zurückzugewinnen. "Diagnose: Herzensangelegenheit – jetzt den EMAH-Check machen!" lautet das Motto der längerfristig angelegten Kampagne.

Die Deutsche Herzstiftung stellt dazu unter www.emah-check.de zum Beispiel kostenfrei Ratgeber für EMAH und ihre Angehörigen sowie eine Liste der EMAH-zertifizierten Praxen und Zentren zur Verfügung. Die Informationen eigneten sich sowohl für EMAH und deren Angehörige als auch für nicht-spezialisierte Ärzte. Darüber hinaus böten acht EMAH-Zentren im Juni und Juli 2018 Patienten- und Ärztetage zu den wichtigsten EMAH-spezifischen Themen an (Termine unter: www.emah-check.de). Das Programm richte sich an Betroffene und deren Angehörige sowie an Haus- und Allgemeinärzte, Internisten, Kardiologen sowie an EMAH-Ärzte. (run)

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