Auszeichnung

Hochdotierte Förderung für junge Inflammationsforscherinnen

Der Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ fördert mit dem Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis drei junge Wissenschaftlerinnen aus Kiel und Lübeck mit insgesamt 200.000 Euro.

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Die Preisträgerinnen, von links: Dr. Julia Pagel, Professorin Petra Bacher und Dr. Corinna Bang.

Die Preisträgerinnen, von links: Dr. Julia Pagel, Professorin Petra Bacher und Dr. Corinna Bang.

© C. Kloodt / Exzellenzcluster PMI, Uni Kiel

Kiel. Drei junge Wissenschaftlerinnen sind mit dem Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis für ihre Arbeit zur Inflammationsforschung geehrt worden. Der Preis wurde verliehen vom Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ und ist mit einmal 100.000 Euro und zweimal je 50.000 Euro dotiert.

Die Preisträgerinnen in diesem Jahr sind Professorin Petra Bacher (Universität Kiel), Dr. Corinna Bang (Universität Kiel) und Dr. Julia Pagel (Universität Lübeck), teilt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel mit.

Die Forscherinnenpreise sind Teil des Dorothea-Erxleben-Programms für Gleichstellung des Clusters, dem Förderprogramm für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in Klinik und Forschung, heißt es in der Mitteilung. Die Preise werden ausschließlich an Wissenschaftlerinnen aus dem Cluster vergeben – bereits zum zweiten Mal.

Zum ersten Mal hat sie 2017 der Vorgängercluster „Inflammation at Interfaces“ ausgeschrieben. Benannt ist die Auszeichnung nach Dorothea Christiane Erxleben, die Mitte des 18. Jahrhunderts als erste Ärztin in Deutschland promovierte.

Hauptpreis zur T-Zell-Forschung

Professorin Petra Bacher (Jahrgang 1984) hat den mit 100.000 Euro dotierten Preis erhalten. Bacher ist seit 2018 Juniorprofessorin für Immunologie und Immungenetik an der Universität Kiel. Sie erforscht die Rolle des Immunsystems bei chronischen Entzündungserkrankungen mit besonderem Fokus auf CD4+-T-Zellen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie erforscht Bacher außerdem die Rolle von SARS-CoV-2-reaktiven T-Zellen bei COVID-19. Sie konnte demonstrieren, dass bei Personen, die noch keinen Kontakt zu SARS-CoV-2 hatten, bereits Gedächtnis-T-Zellen vorhanden sind, die SARS-CoV-2 erkennen.

Diese präexistierenden T-Gedächtniszellen sind nicht besonders gut in der Lage, das Virus zu bekämpfen, da sie es nur schwach binden. Greift das Immunsystem auf diese Zellen zurück, können die Gedächtniszellen sogar für schwere Verläufe mitverantwortlich sein (Immunity 2020; 53(6)1258-1271).

Weitere Preise für Mikrobiom- und Sepsis-Forschung

Dr. Corinna Bang (Jahrgang 1984), Postdoc am Institut für klinische Molekularbiologie der Universität Kiel, erhält einen der zwei mit 50.000 Euro dotierten Preise. Bang erforscht das Mikrobiom, ihr Fokus liegt dabei auf chronischen Inflammationen. Sie sucht nach gemeinsamen Mechanismen und Einflüssen des Mikrobioms, die den Entzündungen zugrunde liegen, egal, an welchem Organ sie sich letztlich zeigen.

So konnte sie in vorangegangenen Projekten beispielsweise spezifische Veränderungen im Darm- und Mundmikrobiom von Menschen mit multipler Sklerose finden, die so auch bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen vorkommen.

Dr. Julia Pagel (Jahrgang 1982) erhält den anderen mit 50.000 Euro dotierten Preis. Pagel ist sowohl Kinderärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH als auch Wissenschaftlerin an der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie der Universität Lübeck. Ihr Forschungsschwerpunkt in den vergangenen Jahren war die Sepsis bei Frühgeborenen – eine der Haupttodesursachen bei Frühchen.

Einen weiteren Schwerpunk bildet mittlerweile außerdem eine chronische Lungenerkrankung von Frühgeborenen, die Bronchopulmonale Dysplasie. (eb)

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