Bluthochdruck

Hypertoniker sind noch weit von Therapiezielen entfernt

MÜNCHEN (Rö). Nicht mal jeder dritte Patient mit kardiovaskulären Risikofaktoren erreicht seinen Blutdruck-Zielwert. Bei Diabetikern ist es gerade nur jeder vierte.

Veröffentlicht:

Das belegt die neue Analyse der Studie Euroaspire III mit Daten der Jahre 2006 und 2007, die jetzt beim europäischen Kardiologen-Kongress vorgestellt wurde. In der Studie ist wie in den vorhergehenden beiden Studien untersucht worden, wie die Empfehlungen zur kardiovaskulären Primärprävention der European Society of Cardiology (ESC) in der Praxis umgesetzt werden. Daten wurden erhoben bei Patienten, die noch gesund erschienen, aber erhebliche kardiovaskuläre Risikofaktoren hatten.

Ausgewertet wurden die Daten von 4366 Patienten, die im Mittel 60 Jahre alt waren. 2853 hatten eine antihypertensive Medikation, 1529 nahmen Lipidsenker und 1031 wurden wegen ihres Typ-2-Diabetes behandelt. Die Ergebnisse: 17 Prozent der Patienten waren weiter Raucher, 37 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen machten kein Bewegungsprogramm. 83 Prozent waren übergewichtig oder adipös, die meisten hatten auch zuviel Bauchfett.Der Blutdruck lag bei 71 Prozent nicht unter 140/90 oder 130/80 mmHg bei Diabetikern - obwohl 79 Prozent medikamentös blutdrucksenkend behandelt wurden.

Von allen Patienten, die Lipidsenker erhielten oder einen Cholesterinwert von mindestens 180 mg/dl hatten, lagen nur 31 Prozent unter ihrem persönlichen Blutdruck-Zielwert.Von denen, die wegen Typ-2-Diabetes behandelt wurden, hatten 27 Prozent einen Nüchternblutzuckerwert unter 7 mmol/l und 53 Prozent einen HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent.Diese Daten zeigen nach Angaben des belgischen Wissenschaftlers, dass zur Umsetzung der europäischen Empfehlungen zur KHK-Primärprävention noch viel Raum bleibt.

Mehr zum Thema

Empfehlungen zur Ernährung

Hypertonie: DASH-Diät statt Salz und Kalorien

Weitere Evidenz

Hypertonie: Senkung auf unter 130 mmHg zahlt sich wohl aus

Das könnte Sie auch interessieren
Single Pill bessert Prognose bei Hypertonie

© [M] FotografiaBasica / Getty Images / iStock

Hypertonie-Therapie

Single Pill bessert Prognose bei Hypertonie

Kooperation | In Kooperation mit: APONTIS PHARMA
Polymedikation: Bei Patienten mit Hypertonie keine Seltenheit. Eine Single Pill hätte Vorteile.

© obs/dpa

START-Studie

Single Pill: Mehr Leitlinie in der Hypertonie wagen!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Thoraxchirurg Dr. Günther Matheis.

© Porträt: Engelmohr | Hirn: gran

„ÄrzteTag“-Podcast

„Dann geht die Freiberuflichkeit von uns Ärzten flöten!“

Klaus Holetschek: „Profit darf nie die treibende Kraft hinter gesundheitlichen Angeboten sein.“

© Frank Hoermann / SvenSimon / picture alliance (Archivbild)

Medizinische Versorgungszentren

Holetschek warnt vor Finanzinvestoren in der Gesundheitsversorgung