Gynäkologie

Impfen gegen Zervix-Karzinom ist jetzt möglich

MÜNCHEN (fvw). Der erste Impfstoff zum Schutz vor Zervix-Karzinom ist jetzt in Deutschland erhältlich. Gardasil® schützt nicht nur vor Infektionen mit krebsauslösenden humanen Papillomviren (HPV), sondern auch vor Genitalwarzen.

Veröffentlicht: 06.11.2006, 08:00 Uhr

"Trotz guter Vorsorgemaßnahmen bleibt in Deutschland Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei jungen Frauen," sagte Professor Ernst Rainer Weissenbacher beim Einführungs-Pressegespräch von Sanofi Pasteur MSD in München. Jährlich wird in Deutschland bei über 6000 Frauen Zervixkrebs diagnostiziert, und nahezu 3000 Frauen sterben daran. "Das sind täglich acht Frauen!" betonte der Oberarzt an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in München-Großhadern.

Der neue Impfstoff könnte die Krebsinzidenz verringern: Die Vakzine richtet sich gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. HPV 16 und 18 lösen zusammen etwa 70 Prozent aller Zervix-Karzinome aus, HPV 6 und 11 über 90 Prozent der Genitalwarzen. Die Vakzine sei nach den Ergebnissen von klinischen Studien sehr überzeugend, sagte der Münchner Gynäkologe.

So wurden in einer klinischen Studie über 12 000 Frauen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren geimpft. Dadurch waren die Frauen 100prozentig vor HPV-assoziierten Erkrankungen, inklusive zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN, Krebsvorstufen) und Genitalwarzen geschützt.

Die HPV-Impfung soll in die Eingangsuntersuchung bei Gynäkologen und in die J1-Untersuchung bei Pädiatern und Hausärzten integriert werden. Die drei Impfungen sollten innerhalb von zwölf Monaten erfolgen, die zweite Impfung darf jedoch frühestens einen Monat nach der ersten verabreicht werden. Die dritte Impfung kann frühestens drei Monate nach der zweiten gegeben werden. Zurzeit ist die HPV-Impfung ein IGeL-Angebot. Die Einzeldosis kostet 155,05 Euro.

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