Masern

Impflücken vor Start des Kita-Jahres schließen

Die steigende Betreuungsquote von Kindern in Tageseinrichtungen erfordert nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) dringend einen besseren Impfschutz - besonders gegen Masern.

Veröffentlicht: 30.07.2013, 13:29 Uhr

KÖLN. Besonders wichtig sei zum KITA-Start die Schutzimpfung gegen Masern angesichts der stark angestiegenen Zahl von bundesweit 1276 Fällen, die in diesem Jahr bis 21. Juli registriert wurden. Das betonte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott in Köln und mahnte zur Eile.

Impflücken sollten möglichst noch zum Beginn dieses Kita-Jahres geschlossen werden. An diesem Donnerstag tritt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch für Ein- und Zweijährige in Kraft, dann werden noch mehr Kinder in den Kitas erwartet. Die Gefahr von Masern werde noch zu häufig unterschätzt.

"Weil sich bei fehlendem Impfschutz Infektionskrankheiten wie die Masern gerade in solchen Gemeinschaftseinrichtungen schnell ausbreiten können, sollten mögliche Impflücken schnellstens geschlossen werden", empfahl Pott. Durch rechtzeitiges Impfen könnten Ausbrüche verhindert und die Masern sogar ausgerottet werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO strebt das für Europa bis 2015 an. Deshalb sollen mindestens 95 Prozent der Kinder zwei Impfungen erhalten -möglichst beide vor ihrem zweiten Geburtstag.

Einer BZgA-Studie zufolge halten 38 Prozent der Eltern Masern für harmlos. Tatsächlich können aber auch Jahre nach einer Infektion noch schwerwiegende Folgeerkrankungen auftreten. Gerade bei den Zweijährigen gebe es Impflücken: rund 88,5 Prozent von ihnen erhielten die erste und nur noch 60 Prozent auch die zweite Masern-Impfung. (dpa)

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Kommentare
Almut Rosebrock

Gesundheitliche Folgen der Kita-Politik

Mal ganz abgesehen von den Masern wird es interessant - und auch wichtig - sein, die gesundheitlichen Folgen der vermehrten Kleinstkind-Betreuung für die Minis zu beobachten und verfolgen. Ich halte die Kleinskinder-Fremdbetreuung aus vielerlei Gründen - auch natürlich psychologischen - für problematisch. Aber da fragt die Wirtschaft natürlich nicht nach - und die Politik zieht mit.
Die "Ergebnisse" werden wir erst in 15-20 Jahren in voller Größe vor uns haben. Gegen viel (Steuer-) Geld.


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