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Asthma

Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte kein Grund sein, bei asthmakranken Kindern die Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden zu beschränken. Falsche Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Frakturrisiko durch Steroid-Inhalation? Diese Sorge scheint neuen Daten zufolge nicht berechtigt zu sein.

Frakturrisiko durch Steroid-Inhalation? Diese Sorge scheint neuen Daten zufolge nicht berechtigt zu sein.

© photos.com PLUS

TORONTO. Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind auch bei Kindern die Basis einer Asthma-Langzeittherapie. Mögliche negative Auswirkungen auf die Knochendichte werden bei ihnen mit besonderer Sorge gesehen.

Studien zufolge könnte die Knochendichte bei regelmäßiger ICS-Anwendung vermindert sein, die Datenlage ist allerdings nicht eindeutig. Diskutiert wird auch ein dadurch bedingtes Frakturrisiko. In dieser Hinsicht signalisieren kanadische Forscher nun aber Entwarnung. In einer großen Fall-Kontroll-Studie konnten sie keinerlei Zusammenhang zwischen ICS-Therapien und Frakturen feststellen (JAMA Pediatr 2017; online 13. November).

Die Mediziner um Natasha Gray von der Kinderklinik in Toronto haben anhand von Krankenakten 3384 Kinder im Alter zwischen zwei und 18 Jahren identifiziert, die nach einer Asthmadiagnose erstmals eine Fraktur erlitten hatten. Diesen "Fällen" wurden jeweils vier asthmakranke Kinder ohne Fraktur gegenübergestellt, die in Alter, Geschlecht und Alter bei der Asthmadiagnose übereinstimmten.

Nach dem Abgleich von Risikofaktoren, darunter der Gebrauch oraler Kortikosteroide, war die Wahrscheinlichkeit einer Fraktur unabhängig vom Vorhandensein einer ICS-Behandlung im Vorjahr. Weder eine laufende noch eine kürzer oder länger zurückliegende Therapie (letztes Rezept vor 91–180 beziehungsweise 181–365 Tagen) wirkten sich auf die Frakturrate aus. Daran änderte sich nichts, wenn nur Patienten mit vielen Verordnungen oder höheren Dosierungen betrachtet wurden. Geschlecht und Alter waren ebenfalls unerheblich.

Im Gegensatz dazu hatten Kinder, die innerhalb der letzten 365 Tage ein Rezept für ein systemisches Steroid erhalten hatten – verglichen mit Kindern ohne orales Steroid – ein um 17 Prozent und damit statistisch signifikant erhöhtes Frakturrisiko. Besonders gefährdet waren hier Mädchen (Frakturrisiko plus 25 Prozent) und Kindern mit einer Prednison(äquivalent)dosis > 30 mg pro Tag (plus 41 Prozent).

Laut den Autoren lassen sich die Ergebnisse "ziemlich gut" mit anderen publizierten Daten vereinbaren. Die wichtigste Botschaft: "Ärzte, die zur optimalen Kontrolle eines kindlichen Asthmas ein ICS verordnen, können wegen der fehlenden Assoziation zu Frakturen beruhigt sein." Angst vor Frakturen sei mithin kein Grund, den Gebrauch von ICS einzuschränken. Im Gegenteil könnten ICS die Asthmakontrolle verbessern und damit die Wahrscheinlichkeit für eine Exazerbation und die Notwendigkeit oraler Steroide reduzieren. "Ein breiterer indizierter Einsatz von ICS könnte daher sogar zu einem verminderten Frakturrisiko führen", so die Autoren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Risiko Kortisonangst

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