Intensive LDL-Senkung beugt auch Folge-Ereignissen vor

MÜNCHEN (ob). Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse der TNT-Studie belegen, dass eine intensive Lipidsenkung mit 80 mg Atorvastatin im Vergleich zu einer moderaten Lipidtherapie nicht nur das Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis stärker senkt. Auch die Inzidenz von weiteren Ereignissen kann dadurch deutlich reduziert werden.

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Die 2005 publizierte TNT-Studie bei 10 001 Patienten mit stabiler KHK bestätigte die Hypothese, dass bei der Cholesterinsenkung "je niedriger, um so besser" ist. Durch Hochdosis-Behandlung mit täglich 80 mg Atorvastatin (Sortis®) wurde die Inzidenzrate für den primären Endpunkt (KHK-Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Wiederbelebung nach Herzstillstand) im Vergleich zur konventionellen Therapie mit 10 mg Atorvastatin signifikant um 22 Prozent reduziert.

Wie üblich wurden für diesen Vergleich aus methodischen Gründen ausschließlich die im knapp fünfjährigen Studienzeitraum registrierten Erstereignisse herangezogen. Ausgeblendet blieben nachfolgend aufgetretene Ereignisse, deren mögliche Reduktion aber für den klinischen Gesamtnutzen relevant sein kann.

Die TNT-Studiengruppe hat deshalb jetzt die Effekte beider Atorvastatin-Therapien auf die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse in Abhängigkeit davon analysiert, ob es sich um ein erstmaliges, ein zweites, drittes oder gar viertes oder fünftes Ereignis handelte. Professor Heiner Greten aus Hamburg hat die Ergebnisse beim Kardiologenkongress in München präsentiert.

Im Beobachtungszeitraum traten 3082 erstmalige kardiovaskuläre Ereignisse auf. Die entsprechende Inzidenzrate war aber in der Gruppe mit intensiver Atorvastatin-Therapie (mittleres LDL-Cholesterin: 77 mg/ dl) signifikant um 19 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe (mittleres LDL-Cholesterin: 101 mg/dl). Bei 1516 KHK-Patienten kam es zu einem zweiten kardiovaskulären Ereignis.

Auch hier erwies sich die lipidsenkende Intensivbehandlung als signifikant bessere Option (relative Risikoreduktion: 21 Prozent).

Ein drittes Ereignis trat im Studienverlauf bei 698 Patienten auf. Auch die Rate dieser Ereignisse war in der mit 80 mg Atorvastatin behandelten Gruppe signifikant um 24 Prozent niedriger. Und auch für die Inzidenz von vierten und fünften Ereignissen ergab die Analyse noch eine signifikante Reduktion um 28 respektive 29 Prozent.

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