Direkt zum Inhaltsbereich

Irinotecan punktet bei Kolonkrebs

DRESDEN (gvg). Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (CRC) profitieren von einer möglichst andauernden Therapie mit Antikörpern. Irinotecan scheint dafür ein besonders günstiger Kombinationspartner zu sein.

Veröffentlicht:

Es gebe zunehmend Anhaltspunkte dafür, dass es rasch zu einer Neubildung von Blutgefäßen im Tumor und damit potenziell zu Rezidiven komme, wenn die antiangiogenetische Therapie mit Antikörpern wie Bevacizumab zu früh abgebrochen werde. Das hat Dr. Ralf-Dieter Hofheinz vom Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim bei einer Tagung in Dresden betont. Der Grund sei wahrscheinlich, dass die außen auf den Blutgefäßen sitzenden Zellen, die Perizyten, trotz antiangiogenetischer Therapie erhalten bleiben und so nach Ende der Antikörpertherapie eine rasche Regeneration der Blutgefäße erlauben.

Bei Patienten mit metastasiertem CRC empfiehlt Hofheinz deswegen, bevorzugt solche Therapieschemata für die Kombinationstherapie, bei denen die Gefahr, dass sie wegen Unverträglichkeit vorzeitig beendet werden, geringer ist. "Wir verwenden bei diesen Patienten generell die Kombination aus Irinotecan und Bevacizumab als Ersttherapie", betonte Hofheinz auf einer Tagung der Stiftung Lebensblicke. Der Grund: Anders als bei anderen Kombipartnern für die Antikörpertherapie gebe es bei Irinotecan (Campto®) keine kumulative Neurotoxizität, die nach einer Zeit zum Therapieabbruch zwinge.

Prinzipiell sei es möglich, die Antikörpertherapie allein weiterzuführen. "Die Erfahrungen aus Studien mit Kombipartnern für die Antikörpertherapie zeigen aber, dass eine Therapie häufig vollständig abgesetzt werde, wenn es zu einer kumulativen Toxizität bei einem der Kombipartner kommt", sagte Hofheinz bei der von Pfizer Oncology unterstützten Veranstaltung. Geschehe das nach wenigen Monaten, könne der Antikörper seine progressionshemmende Wirkung nicht optimal ausspielen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Lesetipps
Akte im Hängeregister mit der Aufschrift Gewerbesteuer.

© Torsten Sukrow / SULUPRESS.DE / picture alliance

Freiberuflichkeit

Viele Angestellte machen aus einer Arztpraxis noch lange kein Gewerbe