Leitartikel zum Vorhofflimmern

Ist das Sterberisiko wirklich erhöht?

Vorhofflimmern geht mit erhöhter Mortalität einher, so viel ist sicher. Ist die Arrhythmie aber tatsächlich auch die Ursache vermehrter Todesfälle, oder besteht nur eine aus anderen Gründen resultierende Assoziation mit einem erhöhten Sterberisiko?

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:
EKG-Untersuchung bei einem Patienten zur Abklärung eines möglichen Vorhofflimmerns.

EKG-Untersuchung bei einem Patienten zur Abklärung eines möglichen Vorhofflimmerns.

© Klaus Rose

Vorhofflimmern hat sich in epidemiologischen Studien immer wieder als unabhängiger Risikofaktor für ein erhöhtes Sterberisiko erwiesen.

Eine aktuell im "European Heart Journal" publizierte Studie, in der schwedische Untersucher Daten von mehr als 270 000 Patienten mit Vorhofflimmern analysiert haben, bestätigt dies einmal mehr.

Lässt sich daraus schließen, dass Vorhofflimmern als Ursache in direkter Beziehung zur erhöhten Mortalität steht? Diese Frage hat eine Forschergruppe um den kanadischen Arrhythmie-Experten Stuart J. Connolly in einem Editorial aufgegriffen (Eur Heart J 2013, online 13. Februar).

Zur Klärung eines möglichen kausalen Zusammenhangs prüften die Untersucher nacheinander die Stärke der Assoziation, den "biologischen Gradienten", die Plausibilität dieser Beziehung und die experimentelle Evidenz.

In der schwedischen Studie war die Mortalität im Falle von Vorhofflimmern um den Faktor 1,5 bis 2 erhöht, in anderen Studien um den Faktor 1,5 bis 2,5. Eine solche Assoziation ist nach Auffassung der Autoren nur von moderater Stärke.

Sie schließe zwar eine kausale Beziehung nicht grundsätzlich aus, könne aber nicht als "starke Evidenz für Kausalität" betrachtet werden.

Biologischer Gradient bedeutet, dass eine stärkere Exposition gegenüber einem Risikofaktor - in diesem Fall Vorhofflimmern - zu einem häufigeren Auftreten eines Ereignisses- in diesem Fall Todesfälle - führt.

Connolly und seine Kollegen verweisen zwar auf Studien, die eine Assoziation von "Arrhythmie-Last" (also Häufigkeit und Dauer des Vorhofflimmerns) und Mortalität nahelegen. Tatsache ist aber auch, dass eine solche Assoziation in anderen Studien nicht beobachtet wurde ...

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ACC-Kongress

Vorhofflimmern: Kann ein Vorhofohrverschluss die Antikoagulation ersetzen?

Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 27.02.201316:23 Uhr

@ Christoph Polanski

Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass das Foto auf der heutigen ÄZ-Titelseite der Print-Ausgabe eine völlig korrekte EKG-Ableitung zeigt. MfG

Christoph Polanski 27.02.201314:13 Uhr

Neue Elektrodenplatzierung?

Es ist toll, wenn man solche professionelle Bilder mit falsch platzierten EKG-Elektroden in der medizinischen Presse veröffentlicht. Ich habe in der Ärztezeitung noch nicht besser gesehen.
Am besten wäre noch auf der Stirn und am Hals eine Elektrode zu platzieren.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?