Infarktrisiko

Jobverlust geht aufs Herz

Der Verlust des Arbeitsplatzes setzt dem Herzen ähnlich zu wie Rauchen, Diabetes oder Hypertonie.

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DURHAM. Wie sehr geht Arbeitnehmern ein Jobverlust zu Herzen? Um diese Frage zu klären, haben US-Forscher Daten von 13.451 Personen im Alter von 51 bis 75 Jahren aus der Health and Retirement Study (HRS) analysiert.

In der Beobachtungszeit von 165.169 Personenjahren ereigneten sich 1061 Herzinfarkte. Zu Beginn der Erhebung waren 14 Prozent der Untersuchten arbeitslos, 69 Prozent hatten in ihrer Laufbahn mindestens einen Jobverlust verkraften müssen, und mehr als ein Drittel war eine zeitlang ohne Beschäftigung gewesen (Arch Intern Med 2012; 172: 1731-1737).

Ergebnis: Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Rasse, Familienstand und Wohnort hatten Arbeitslose ein um 74 Prozent höheres Infarktrisiko als Menschen mit Job.

Wurden in die Analyse auch gesundheitliche Aspekte einbezogen wie Raucherstatus, BMI, Hypertonie, lag das Herzinfarktrisiko der Arbeitslosen durchschnittlich um 35 Prozent höher als bei den Beschäftigten.

Mehr noch: Je häufiger sich ein Jobverlust wiederholte, desto mehr Schaden nahm das Myokard. Während die Quote der Infarkte nach einer Kündigung um 22 Prozent anstieg, kletterte das Risiko nach der vierten Entlassung in Folge um 63 Prozent.

Dabei trat offenbar irgendwann auch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein, denn wenn die Arbeitslosigkeit länger als ein Jahr andauerte, normalisierte sich das Herzrisiko wieder und erreichte nach zwei Jahren das Niveau der berufstätigen Kollegen.

Fazit: Ärzte sollten darüber informiert sein, ob ein Patient arbeitslos ist und wie lang und wie oft er schon in diese Situation geraten ist. Dies könnte hilfreich sein, um das kardiovaskuläre Risiko eines Patienten besser einschätzen zu können. (St)

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