Verwaltungsgericht

Kein Corona-Impfzertifikat nach Sputnik-Impfung

Ärzte dürfen nicht allen gegen Corona geimpften Menschen auf Wunsch auch ein Impfzertifikat ausstellen. Maßgeblich ist, mit welchem Impfstoff sie geimpft wurden, betont ein hessisches Gericht.

Veröffentlicht:

Kassel. Eine Impfung mit dem russischen Vakzin „Sputnik V“ führt nicht zu den sonst mit einer Corona-Impfung verbundenen Vorteilen. Betroffene haben keinen Anspruch auf ein deutsches Impfzertifikat, wie jetzt der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel entschied. Denn „Sputnik V“ habe keine Zulassung in Deutschland.

Damit wies der VGH den Eilantrag eines Mannes aus dem Landkreis Fulda ab. Er war im Mai 2021 in Moskau und dann im Juli in San Marino mit „Sputnik V“ geimpft worden. Der Landkreis lehnte es ab, den beantragten Impfnachweis auszustellen.

Dies hat auch der VGH Kassel nun bestätigt. Nach der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung sei der vollständige Impfschutz nur zu bescheinigen, wenn ein oder mehrere der vom Paul-Ehrlich-Institut im aufgelisteten Impfstoffe verwendet wurden.

Der russische Impfstoff „Sputnik V“ sei in der Bundesrepublik Deutschland aber nicht zugelassen und entsprechend vom Paul-Ehrlich-Institut auch nicht aufgelistet, betonte der VGH. Auch EU-Recht verpflichte Deutschland nicht zur Ausstellung eines Impfzertifikats. (mwo)

Hessischer Verwaltungsgerichtshof Az.: 8 B 1885/21

Mehr zum Thema

Weltgesundheitsversammlung beginnt

Jahresversammlung der WHO startet ohne Pandemieabkommen

Das könnte Sie auch interessieren
Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

© Viacheslav Yakobchuk / AdobeStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Springer Pflege

Umgang mit Multimorbidität in der Langzeitpflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

© Kzenon / stock.adobe.com

Springer Pflege

COVID-19 in der Langzeitpflege

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Alexander Baasner und Dr. Stefan Spieren (v.l.) haben die Idee der Digitalen Hausärztlichen Versorgungsassistenten (DIHVA) entwickelt.

© Digitales Facharzt- & Gesundheitszentrum

Neues Berufsbild

Bürger als Assistenten: Hausarzt entwickelt Idee der DIHVA

Das Team um Dr. Nicolas R. Barthélemy geht davon aus, dass mit dem Bluttest über die LC-MS-Methode in einem größeren Maßstab mehr Menschen auf eine Alzheimer-Pathologie untersucht werden können, als dies mit Lumbalpunktion und Liquortests bisher möglich ist. Damit ließe sich wesentlich einfacher ermitteln, ob jemand für die neuen Alzheimertherapeutika infrage komme.

© angellodeco / stock.adobe.com

Nachweis von pTau-217

Alzheimer-Diagnostik: Neuer Bluttest offenbar so gut wie Liquortests