Frauen auf dem Fußballfeld

Kicken senkt den Blutdruck

FC Frauenpower gegen die SG Superkerle? In Dänemark haben Forscher zum Fußballspiel geladen. Der 4:0-Sieg liegt klar bei den Frauen: Ihr Blutdruck ist gesunken, die körperliche Fitness gestiegen, das Körperfett hat ab- und die Knochendichte zugenommen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

ODENSE. Wer sich überlegte, wen man wohl zum Fußballspielen animieren könnte – Frauen um die 40 mit zu hohem Blutdruck, die ihr Leben vor allem sitzend zubringen, wären vermutlich nicht die erste Wahl. Dänen allerdings vermag derlei Skepsis nicht zu erschüttern, namentlich nicht Professor Peter Krustrup, Sport- und Gesundheitswissenschaftler von der Universität in Odense.

Zusammen mit dem dänischen Fußballverband hat er 2011 eine Initiative zur Fußball-Fitness ("Fodbold Fitness") gegründet. Seither kann, wer möchte, zwei- bis dreimal wöchentlich an einem Fußballtraining teilnehmen, das von 275 dänischen Fußballclubs angeboten wird.

Mitten unter den Teilnehmern: Frauen um die 40 mit zu hohem Blutdruck, die ihr Leben vor allem sitzend zubringen – beziehungsweise bis zum Beginn ihrer Fodbold-Fitness-Laufbahn zugebracht hatten. Welchen gesundheitlichen Profit die Frauen von der Kickerei haben, hat Krustrup in einer Studie überprüft (Scand J Med Sci Sports, online Januar 2017). Das Ergebnis hat er nun vorgelegt. Es lautet auf 4 : 0 für die Frauen: Der Blutdruck ist gesunken, die körperliche Fitness gestiegen, das Körperfett hat ab- und die Knochendichte zugenommen.

128 Trainingsstunden

Ein Jahr lang hatten sich 19 Frauen mit leichter Hypertonie und einem Body-Mass-Index von mehr als 25 zwei- bis dreimal wöchentlich an einem einstündigen Fußballtraining beteiligt. Im Durchschnitt kamen dabei insgesamt 128 Trainingsstunden zusammen.

Die Stunden setzten sich zusammen aus einer zehnminütigen Aufwärmphase, gefolgt von vier Runden à zwölf Minuten, in denen Mann- und Frauschaft in kleinen Teams von vier bis acht Spielern gegeneinander kickten. Anwesend war zudem ein ausgebildeter Fußballtrainer, der darauf achtete, dass es dabei nicht zu gemütlich herging.

Nach einem Jahr war der mittlere arterielle Blutdruck in der Gruppe der Fußballerinnen im Schnitt um 5 mmHg gesunken. In einer Kontrollgruppe von 12 nicht trainierenden Frauen war er um 4 mmHg gestiegen. Das Körpergewicht hatte um 2,5 kg abgenommen (Kontrollen: Zunahme um 0,6 kg), die Körperfettmasse um 3,2 kg (+0,2 kg). (Planare) Knochenmineraldichte und Mineralgehalt der Knochen hatten ebenfalls zugelegt (+0,004 vs. –0,019 g/cm2 bzw. +30 g vs. –39 g).

Auch Lipidprofil, körperliche Ausdauer und Leistungsfähigkeit waren durch das Fußballtraining günstig beeinflusst worden.

Auch der FC Prostata tritt an

Krustrup hat übrigens nicht nur den Fußball für hypertone Frauen im Blick. Zu seinen Konzepten gehört auch der FC Prostata, für den Männer mit Prostatakrebs aufs Feld laufen.

Fußballerisch versuchen sie, gegen die Nebenwirkungen der Androgendeprivation anzuspielen sowie zu Teamgeist und Lebensmut zu finden. Das Projekt ist im vergangenen Jahr mit dem Dänischen Sportpreis ausgezeichnet worden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann