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Können Demenz-Patienten wieder telefonieren, hat Therapie wohl Erfolg

WIESBADEN (ner). Mit einfachen Parametern lässt sich der Verlauf einer Alzheimer-Demenz bei der Therapie mit Cholinesterase-Hemmern dokumentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Alltags- und Verhaltensfunktionen.

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Hilft die antidementive Behandlung bei meinem Patienten oder hilft sie nicht? Die in klinischen Studien benutzten Werkzeuge zur Verlaufsdokumentation sind für den Praxisalltag ungeeignet. Aus den verwendeten Skalen für Alltags- und Verhaltensfunktionen ließen sich jedoch Parameter für die praktische Nutzung ableiten, sagte Privatdozent Martin Haupt aus Düsseldorf beim Internisten-Kongress in Wiesbaden.

So sei für fünf Alltagsparameter nachgewiesen worden, dass sie sich mit Donepezil (Aricept) signifikant langsamer verschlechtern als mit Placebo: Die Fähigkeit zu telefonieren, die Haushaltsführung, der Umgang mit Geld, der persönliche Schriftverkehr und das Verstehen von Situationen und Erklärungen.

Hilfreich ist auch die Beobachtung, inwiefern Haushaltsgeräte benutzt werden können oder Nahrung zubereitet werden kann. Zwei besonders für die Angehörigen von Demenzkranken wichtige - weil pflegeintensive - Parameter sind die Fähigkeit, selbstständig zu essen sowie sich an- und auszukleiden. Außerdem könnten Therapie-Effekte in der Praxis mit Verhaltensparametern bestimmt werden, sagte Haupt bei einem von Eisai und Pfizer unterstützten Symposium.

Besonders häufige Verhaltensstörungen bei Demenz sind Unruhezustände, vor allem nachmittags und nachts, Schlafstörungen mit nächtlichem Umherwandern, depressive Verstimmungen und Ängstlichkeit sowie Antriebsarmut. Diese Symptome können, wenn noch keine Demenzdiagnostik erfolgt ist, auf eine Alzheimer-Demenz hindeuten.

Bevor mit Neuroleptika behandelt werde, sollte zunächst ein Therapieversuch mit einem Cholinesterase-Hemmer erfolgen. Auch damit ließen sich die Verhaltensstörungen lindern. Besonders den Angehörigen müssten realistische Therapie-Erwartungen vermittelt werden, sagte Haupt. Als Erfolg werde eine Stabilisierung des Zustandes für einige Monate sowie eine Pflegeerleichterung gewertet.

Auf die Frage, wann ein Cholinesterase-Hemmer wieder abgesetzt werden sollte, antwortete Professor Wolfgang Schreiber aus Deggendorf: Bei einem Punktwert von unter zehn im Mini-Mental-Status-Test. Dann seien keine wesentliche Erfolge mehr zu erwarten.

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