DAK-Umfrage

Krebsgefahr bei Übergewicht oft unterschätzt

Von Übergewicht geht ein erhöhtes Krebsrisiko aus. Das ist aber nur den wenigsten in der Bevölkerung bekannt, zeigt eine DAK-Umfrage.

Veröffentlicht: 31.10.2019, 13:38 Uhr
Bei zu viel Pfunden ist auch die Krebsgefahr erhöht.

Bei zu viel Pfunden ist auch die Krebsgefahr erhöht.

© anoli / Fotolia

Stuttgart. Übergewicht als eine der Ursachen von Stoffwechselerkrankungen und orthopädischen Problemen ist den meisten Menschen geläufig. Doch der Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Krebserkrankungen wird nach Meinung eines Experten stark unterschätzt.

„Dabei besteht eine deutliche Korrelation zwischen Übergewicht und Krebsrisiko, die wissenschaftlich sehr gut belegt ist“, erinnert Professor Jan Steffen Jürgensen, Vorstandschef des Klinikums Stuttgart.

Das im Fettgewebe gebildete Hormon Leptin, das in Stoffwechselprozesse eingreift, gelte als einer der begünstigenden Faktoren für das Entstehen von Tumoren.

Gesunde Ernährung und Bewegung reduzieren Gefahr

Nach einer Mitteilung der DAK-Gesundheit ist der Bevölkerung diese Gesundheitsgefahr aber in weiten Teilen unbekannt. Bei einer Umfrage in Baden-Württemberg im Auftrag der Krankenkasse sahen nur zwölf Prozent der über 1000 Befragten ein stark erhöhtes, 28 Prozent jedoch kein Risiko im Zusammenhang mit krankhaftem Übergewicht. Als die entscheidenden Schlüssel, die Gefahr zu reduzieren, nannte Jürgensen Bewegung und gesunde Ernährung.

Neben Rauchen sei Übergewicht eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen von Krebs, erinnert der Internist. Eine Langzeitstudie mit über fünf Millionen Menschen habe zum Beispiel bei 17 von 22 Tumorarten eine Korrelation mit Übergewicht demonstriert (Lancet 2014; 384 (9945)755-765). Dies gelte auch für die vergleichsweise häufigen Krankheiten Brust- und Darmkrebs.

Die Studie habe auch belegt: Je ausgeprägter das Übergewicht, desto höher das Krebsrisiko. Wenn zum Beispiel eine 1,70 Meter große und 72 Kilo schwere Frau 15 Kilo zunehme, steige das Risiko für ein Gebärmutter-Karzinom auf das 1,6-Fache, sagte Jürgensen mit Verweis auf die Studie.

Dieses Karzinom ist nach Daten des Robert Koch-Instituts mit etwa 10 700 neuen Fällen jährlich die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. (dpa)

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