Organoide

Künstliche Plazentas im Labor gezüchtet

Künstliche Mini-Plazentas aus dem Labor können Hormone ausschütten und sollen Erkenntnisse über Komplikationen in der Schwangerschaft liefern.

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CAMBRIDGE. Britische Forscher haben aus menschlichem Plazentagewebe Organoide gezüchtet. An diesen wollen Dr. Margherita Y. Turco von der University of Cambridge und ihre Kollegen die Entwicklung der menschlichen Plazenta untersuchen und Erkrankungen erforschen, bei denen diese gestört ist (Nature 2018; online 28. November).

Für ihre Studie entnahmen die Wissenschaftler Trophoblasten aus menschlichen Plazentas und ließen diese in einem speziellen Nährmedium innerhalb von 10 bis 14 Tagen im Labor zu dreidimensionalen Gebilden wachsen. Sie stellten fest, dass sich diese Organoide sowohl metabolisch als auch endokrinologisch ähnlich verhielten wie tatsächliche Plazentas: Sie synthetisierten Plazenta-spezifische Peptide und Hormone, unter anderem die beiden Schwangerschaftshormone hCG (humanes Choriongonadotropin) und PSG (pregnancy-specific glycoprotein).

Die Organoide seien dabei genetisch stabil und zeigten eine aktive Funktion der Mitochondrien. Zudem seien sie langlebig: Drei zufällig ausgewählte Mini-Plazentas wüchsen auch nach einem Jahr weiter, wie die Wissenschaftler schreiben. „Bisher ist das Wissen um die menschliche Plazenta limitiert, da es keine geeigneten experimentellen Modelle gibt“, so Turco und ihre Kollegen. Mit den Organoiden könne nun die Interaktion zwischen dem Trophoblast und seiner Umgebung untersucht werden. Dies könne Hinweise darauf liefern, wie und warum es zu Aborten kommt. Auch könne untersucht werden, wie beispielsweise das Zika-Virus die Schutzbarriere der Plazenta überwinde. (bae)

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