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Neues Verfahren

Leberversagen bei Sepsis jetzt früh erkennbar

Veröffentlicht:

BERLIN. Durch ein neues Verfahren - den LiMAx-Test - kann eine Leberfunktionsstörung bei Patienten mit Sepsis früh nachgewiesen werden. Dies ermöglicht es, rechtzeitig eine verbesserte und die Leber schützende Therapie einzuleiten.

Patienten mit Sepsis entwickeln häufig ein Organversagen. Bislang konnte eine Minderfunktion der Leber im Gegensatz zur Dysfunktion anderer Organe jedoch nur unzuverlässig beschrieben werden, teilt die Charité Berlin mit.

In einer aktuellen Studie untersuchten Dr. Magnus Kaffarnik und Privatdozent Dr. Martin Stockmann aus der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie am Campus Virchow-Klinikum in Berlin nun Sepsis-Patienten hinsichtlich der Entwicklung eines Leberversagens (Crit Care 2013; 17(5): R259).

Die Forscher verglichen verschiedene Leberfunktionstests mit einem an der Charité entwickelten, innovativen Diagnoseverfahren, dem sogenannten LiMAx-Test. Dieser misst die Enzymleistung der Leber und kann damit die aktuelle Leberleistung bestimmen.

Für die Messung wird dem Patienten ein bestimmtes Präparat verabreicht, das in der Leber verarbeitet wird und dessen Abbauprodukt in der Atemluft gemessen werden kann.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass durch den LiMAx-Test eine Störung der Leberfunktion frühzeitig und präziser nachgewiesen werden kann und dass ein Zusammenhang zwischen Testergebnis und der Sterbe- und Komplikationswahrscheinlichkeit besteht.

Test ist bereits in einigen Kliniken im Einsatz

"Bisher war die frühzeitige Diagnose eines Leberschadens bei Patienten mit Blutvergiftung so problematisch, weil die Leberwerte aus dem Blut erst mit einer gewissen Latenzzeit steigen. Dann können sie zwar eine Schädigung zeigen, aber nicht genau die Leberleistung messen", wird Stockmann in der Mitteilung zitiert.

So konnte es bisher passieren, dass trotz einer bereits deutlich eingeschränkten Leberfunktion normale Laborwerte angezeigt werden. Der neue Test erfasst einen Leberschaden bereits im Frühstadium. "Durch die Genauigkeit der Werte kann die Therapie früher und besser an den Patienten angepasst werden", betonen die Wissenschaftler.

Der LiMAx-Test ist ein nicht-invasiver Leberfunktionstest, der auf der schnellen Verstoffwechselung des speziell markierten Arzneimittels 13C-Methacetin beruht. 13C-Methacetin wird in der Leber zu Paracetamol und markiertem Kohlendioxid (13CO2) abgebaut.

Letzteres wird mit dem Atem ausgeatmet, über eine Atemmaske aufgefangen und in einem spezifischen, hoch sensitiven Gerät am Patientenbett online analysiert. Aus der resultierenden Kinetik wird der LiMAx-Wert entsprechend der aktuellen Leberleistung unmittelbar berechnet (Point-of-care).

Der Test wurde an der Charité von Dr. Stockmann entwickelt und wird von der Firma Humedics, einer gemeinsamen Ausgründung der Charité und der Freien Universität Berlin, zur Serienreife und Zulassung gebracht. Das neue Verfahren wird bereits routinemäßig in der Charité und einigen anderen Kliniken eingesetzt. (eb)

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Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 12.09.201409:03 Uhr

hat eigentlich mit Sepsis nichts zu tun

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