Direkt zum Inhaltsbereich

Autoimmun-Kolitis

Lichttherapie saniert Darm bei Krebstherapie

Eine häufige Nebenwirkung von Immuntherapien bei Krebs lässt sich vermutlich durch Lichtaktivierung von Immunzellen stoppen, berichten Forscher der Universitätsklinik Freiburg.

Veröffentlicht:
Lichttherapie bei Krebs: Während vor der Therapie das Darmgewebe unstrukturiert wuchert (links), sind am Ende der Therapie die schleimbildenden Zellverbünde wieder gut zu erkennen (rechts).

Lichttherapie bei Krebs: Während vor der Therapie das Darmgewebe unstrukturiert wuchert (links), sind am Ende der Therapie die schleimbildenden Zellverbünde wieder gut zu erkennen (rechts).

© The New England Journal of Medicine

Freiburg. Melanome können ja seit einigen Jahren medikamentös mit Immuncheckpoint-Inhibitoren behandelt werden. Allerdings kommt es häufig zu starken Autoimmunreaktionen wie Hautausschlag oder Durchfall, erinnert das Universitätsklinikum Freiburg.

Dass sich diese mit einer speziellen Lichttherapie aufhalten lassen, haben jetzt Forscher der Universitätsklinik Freiburg mit schweizerischen Kollegen herausgefunden (NEJM 2020; 382:294-296).

Erfolreiche Therapie mit extrakorporaler Photopherese

Einen 29-jährigen Krebspatienten mit einer schweren Autoimmun-Kolitis behandelten sie sehr erfolgreich mittels Extrakorporaler Photopherese (ECP), heißt es in der Mitteilung. Dabei werden Immunzellen außerhalb des Körpers mit einem lichtreaktiven Medikament versetzt, mit UV-Licht bestrahlt und in den Körper zurückgegeben.

Durch das Verfahren werden vermutlich Immunzellen aktiviert, die die Entzündung stoppen, berichtet die Uni Freiburg. Die Photopherese-Therapie habe bei dem Patienten zu einem vollständigen Abklingen der Beschwerden geführt, während durch die fortlaufende Krebstherapie der Hautkrebs erfolgreich behandelt werden konnte. Bisherige, etablierte Behandlungsansätze seien im Vorfeld erfolglos geblieben.

Therapie über acht Monate

Die ECP-Behandlung wurde bei dem Patienten acht Monate lang alle zwei bis vier Wochen wiederholt. Bereits kurz nach Beginn der Therapie kam es zu einem kompletten Rückgang des entzündungsbedingten starken Durchfalls. Auch im präklinischen Tiermodell er habe sich der Therapieansatz als sicher erwiesen, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Ganz wichtig für die begleitende Therapie war, dass die ECP-Behandlung keinen negativen Einfluss auf die Anti-Tumor Wirkung der Immunmedikamente hatte“, erklärt Studienautor Dr. Robert Zeiser. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

27 Krebsarten in der Analyse

Gesund leben, Krebsrisiko senken: Studie untermauert Zusammenhang

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

„ÄrzteTag“-Podcast

Die Impfsaison startet: Wie gehen Sie vor, Dr. Fleischhauer?

Lesetipps
Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache