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Lungenrundherde lassen sich gut inspizieren

In der Diagnostik bei pulmonalen Raumforderungen können Bronchoskopeure inzwischen zwischen mehreren Optionen wählen. Abhängig vom Verfahren lässt sich das Erreichen des Rundherdes auch dokumentieren.

Von Stefan Käshammer Veröffentlicht:
Bronchoskope werden immer leistungsfähiger, manche reichen weit in die Lungenperipherie. © Grzegorz Kwolek / fotolia.com

Bronchoskope werden immer leistungsfähiger, manche reichen weit in die Lungenperipherie. © Grzegorz Kwolek / fotolia.com

© Grzegorz Kwolek / fotolia.com

Fallen bei Patienten im Thorax-Röntgen oder bei einer Computertomografie (CT) Lungenrundherde mit einem Durchmesser auf, der größer als 1 cm ist, so ist eine genaue Abklärung unausweichlich. "Aus solchen Herden muss Material gewonnen werden, vor allem wenn sie an Größe zunehmen und die Patienten Risikofaktoren für ein Bronchialkarzinom haben", sagt Dr. Franz Stanzel.

Bei Patienten mit sehr hohem Operationsrisiko oder wenn sie sich nicht ohne eine einschlägige Indikation der Belastung einer Operation aussetzen wollen, kann mit neuen Biopsie-Methoden viel erreicht werden, so Stanzel weiter.

So können Bronchoskopeure zum Beispiel mit ultradünnen Bronchoskopen auch zu weit in der Lungenperipherie liegenden Rundherden vordringen, um Proben zu entnehmen. Der Nachteil dieses Verfahrens sei allerdings ein hoher Zeitaufwand und, dass nur sehr kleine Gewebeproben entnommen werden können. Außerdem sei eine Dokumentation darüber, dass der fragliche Herd erreicht wurde, nicht möglich.

Bei der Bronchoskopie unter CT-Durchleuchtung sei die Dokumentation zwar einfacher, die Methode setzte die Patienten aber einer hohen Strahlenbelastung aus und sei zudem kostenintensiv, so Stanzel, der als Pneumologe an der Lungenklinik Hemer tätig ist.

Ähnlich wie bei der stereotaktischen Hirnbiopsie können auch Lungenherde mithilfe eines Verfahrens zur 3D-Navigation erreicht werden, und das ohne zusätzliche Strahlenbelastung. Dieses qualitativ hochwertige Verfahren lasse sich jedoch nur an einzelnen Spezialzentren etablieren und bleibe auf absehbare Zeit mit sehr hohen Kosten verbunden.

Eine weitere Option sei der endobronchiale Ultraschall, berichtete Stanzel. Damit lassen sich - eine ausreichende Erfahrung des Untersuchers vorausgesetzt - peribronchial gelegene Rundherde der Lunge exakt ansteuern und punktieren.

Ein großer Vorteil dieser Verfahren ist nach Angaben von Stanzel, dass sich das Erreichen des Herdes in der Lunge dokumentieren lässt. "Bei juristischen Auseinandersetzungen sind wir dadurch als Untersucher besser abgesichert", betonte der Pneumologe.

Bei Patienten, die sich gut operieren lassen, ist die chirurgische Resektion von verdächtigen Lungenrundherden natürlich das A und O. Bei Patienten, die schwere Begleiterkrankungen haben, oder wenn Patienten einen chirurgischen Eingriff ablehnen, seien neue Bronchoskopieverfahren jedoch wichtige Alternativen, meint Stanzel.

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