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Makrolid bleibt sinnvoll bei leichter Pneumonie

MANNHEIM (otc). Die Resistenzrate von Pneumokokken gegen Makrolidantibiotika liegt in Deutschland bereits bei über 15 Prozent. Makrolide sollten daher als Monotherapie bei Pneumonie nur noch bei leicht kranken Patienten, etwa solchen ohne Bewusstseinstrübung und mit einer Atemfrequenz von unter 30 / min, eingesetzt werden, rät Professor Tom Schaberg.

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Der Grund: Das Risiko eines Therapieversagens sei bei solchen Patienten gering. Darauf hat der Pneumologe vom Diakoniekrankenhaus Rotenburg auf einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose hingewiesen. Streptococcus pneumoniae sei mit über 50 Prozent bei weitem der häufigste Erreger einer ambulant erworbenen Pneumonie, sagte Schaberg beim Pneumologen-Kongress in Mannheim. Dies gehe aus Daten des Kompetenznetzwerkes CAPNETZ hervor.

Noch bis vor ungefähr 15 Jahren waren Pneumokokken weltweit gut empfindlich gegen die meisten Antibiotika-Substanzklassen. Inzwischen habe sich jedoch weltweit und in Europa vor allem im Süden eine zunehmende Unempfindlichkeit der Erreger gegen Penicilline und Makrolide entwickelt, so Schaberg. In Frankreich zum Beispiel sind etwa 40 Prozent der Pneumokokken gegen Makrolide und fünf Prozent gegen Penicilline resistent. Schaberg: "Dies sind dramatische Entwicklungen".

Gefördert wurde diese Resistenzentwicklung vor allem durch den massenhaften Einsatz der Makrolide nicht nur in der Therapie bei Atemwegsinfektionen, sondern etwa auch bei durch eine Helicobacter-pylori-Infektion bedingten Magengeschwüren. Hierdurch sei offenbar ein erheblicher Selektionsdruck entstanden, so Schaberg. Das habe dazu geführt, dass Pneumokokken, die gegen Makrolid-Antibiotika resistent sind, in Deutschland mittlerweile 15 bis 25 Prozent aller isolierten Stämme ausmachten. Dies ist nach Einschätzung von Schaberg klinisch von erheblicher Bedeutung. So hätten Patienten mit einem Makrolid-resistenten Pneumococcus und einer schweren Erkrankung eine höhere Sterbe- und Komplikationsrate, wenn sie mit einem Makrolid behandelt würden.



STICHWORT

Pneumonie

In Deutschland werden pro Jahr etwa 200 000 Patienten wegen einer Pneumonie stationär und weitere 500 000 ambulant behandelt. Diese Zahlen stammen von CAPNETZ, einem Kompetenznetzwerk zur ambulant erworbenen Pneumonie. Die Sterberate bei Pneumonie ist hoch: Bei stationär Behandelten beträgt sie 13,7 Prozent. (otc)

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