Direkt zum Inhaltsbereich

Thrombozyten-Konzentrate

Mehr Sicherheit durch Einzelblutspenden

Die Sicherheit der Transfusion von Thrombozytenkonzentraten ließe sich weiter erhöhen, wenn verstärkt Präparate aus Einzelblut- statt aus gepoolten Spenden verwendet würden. Vorbild könnten die USA sein, die fast nur auf Konzentrate aus Einzelspenden setzen.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Transfusionsbeutel: In Deutschland ist es möglich, für die Gewinnung von Thrombozyten vier bis sechs Spenden in einem Pool zusammenzuführen.

Transfusionsbeutel: In Deutschland ist es möglich, für die Gewinnung von Thrombozyten vier bis sechs Spenden in einem Pool zusammenzuführen.

© vladislav mitic / Thinkstock

MAINZ. Der Blutspendeskandal, bei dem durch kontaminierte Blutprodukte allein in Deutschland fast 2000 Bluter mit HIV infiziert worden waren, liegt inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert zurück. Erst vor kurzem erinnerte ein Fernsehfilm an den Skandal und seine Folgen.

Sind Blutprodukte heute sicherer? Unter anderem durch moderne Testverfahren wie der Nachweis der Erbsubstanz von HIV, HBV oder HCV ließ sich inzwischen das Risiko einer Kontamination mit viralen Erregern tatsächlich drastisch reduzieren.

Es liegt zum Beispiel für die Übertragung des Aids-Erregers HIV und des Hepatitis-C-Virus (HCV) nur bei etwa 1 zu 5 bis 7 Millionen, von HBV bei 1 zu 500.000 bis 700.000.

Zur drastischen Reduktion des Infektionsrisikos mit beigetragen hat außer dem Testen auf bekannte Erreger auch die Hämotherapie-Richtlinie, in der unter anderem geregelt ist, wer Blut spenden darf und wer nicht.

Einzelspende und Apherese oder Mischen von Spenden?

Allerdings: Bei der Gewinnung von Thrombozytenkonzentraten könnte dieses hohe Sicherheitsniveau wieder aufgegeben werden, wie das Ergebnis eines mathematischen Modells vermuten lässt, das von Wissenschaftlern um Dr. Ruth Offergeld vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin bereits im vergangenen Jahr auf einer Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist.

Die Wissenschaftler hatten auf Basis der infektionsepidemiologischen Meldungen aus den Jahren 2006 bis 2010 berechnet, wie sich das Infektionsrisiko bei der Verwendung von Konzentraten verändert, die per Einzelspende und Apherese oder durch Mischen von vier Spenden gewonnen wurden.

Ausführliche Informationen zur Studie und deren Erkenntnisse sowie die Antwort darauf, warum das West-Nil-Virus, die Dengue-Viren und Corona-Viren verstärkt ins Interesse der Transfusionsmediziner treten, erfahren Sie, wenn Sie diesen Text exklusiv in unserer App-Ausgbae vom 13.11.2013 weiterlesen.

Jetzt auch auf Android lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Für wenige Hundert Euro im Jahr

Warum Ärzte über eine Cyberversicherung nachdenken sollten

Expertenkonsens

Von Pemphigus bis SJS: Was tun gegen die Blasen im Mund?

Lesetipps
An Asian senior man’s hand relax on the bed side while sleeping

© Reagan Liew Zhi Sin / Getty Images / iStock

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Nahaufnahme wie ein Dermatologe die Muttermale des Patienten mit einem Dermatoskop untersucht.

© Andrej Zhernovoj / stock.adobe.com

Vergleich mit Dermatologen

Künstlich intelligente Melanom-Diagnostik scheint verlässlich