Forschung & Entwicklung

Merck und GSK beenden Krebs-Kooperation

Die zunächst vielversprechende duale Blockade der immunsupprimierenden Signalwege TGF-ß und PD-L1 erweist sich offenbar als Sackgasse.

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Darmstadt. Schwerer Rückschlag für die Pharmaforschung der Merck KGaA: Eine potenziell milliardenschwere F&E-Allianz mit dem britischen Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline wurde jetzt zwar „in gegenseitigem Einverständnis“, gleichwohl vorzeitig beendet. Einer Mitteilung des Darmstädter Familienkonzerns zufolge, hält die duale Blockade von TGF-ß und PD-L1 gegen schwere Krebserkrankungen nicht, was frühere Studiendaten des Kandidaten Bintrafusp alfa hoffen ließen.

Hinweise, dass der experimentelle Ansatz scheitern könnte, gab es bereits Anfang dieses Jahres, als eine Phase-III-Studie (INTR@PID Lung 037) mit dem aus der Merck-Pipeline stammenden Fusionsprotein Bintrafusp (zuvor M7824, ein bekannter Bestandteil ist der Checkpointinhibitor Avelumab) gegen nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom wegen fehlender Erfolgsaussichten abgebrochen werden musste. Das gemeinsam mit GSK aufgesetzte Studienprogramm beinhaltete etliche weitere Indikationen. Doch auch bei diesen Versuchen blieben Enttäuschungen nicht aus.

Wie ein Firmensprecher auf Nachfrage erläuterte, würden nun sämtliche klinischen Studienprojekte „allmählich heruntergefahren“ – bis auf eines, eine Phase-II-Studie gegen Zervix-Ca. Die werde Merck im Alleingang fortführen, heißt es, voraussichtlich bis ins 1. Halbjahr 2022. Unmittelbare finanzielle Konsequenzen habe die Aufkündigung der Partnerschaft mit GlaxoSmithKline nicht, so der Sprecher weiter. Weder schulde GSK etwaige Zahlungen, noch habe Merck umgekehrt Verpflichtungen dem britischen Konzern gegenüber.

Merck und GSK waren die Kooperation Anfang 2019 eingegangen. Vorabzahlungen und Meilensteingebühren bis zur Markteinführung hätten sich für Merck im Erfolgsfall auf bis zu 3,7 Milliarden Euro summieren können – ein Vielfaches dessen, was bisher mit Avelumab umgesetzt wurde. (cw)

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