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Schlangenbisse

Mit DNA-Test schneller zum Gegengift

Welche Schlangenart hat zugebissen? Ein Test ermittelt dies anhand von DNA aus der Bisswunde.

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NEW ORLEANS. Hunderttausende Opfer von Schlangenbissen könnten von einem Testverfahren profitieren, das der Frankfurter Wissenschaftler Dr. Ulrich Kuch entwickelt hat. In einer Studie untersuchten Forscher erstmals die Wirksamkeit des DNA-Tests. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Society of Tropical Medicine and Hygiene (ASTMH) vorgestellt, berichtet das Universitätsklinikum Frankfurt.

Schlangenbisse stellen für die Menschen in großen Teilen der Welt eine ernsthafte Bedrohung dar. Genaue Zahlen liegen nicht vor, aber Experten gehen von mehreren Millionen Menschen aus, die jedes Jahr von Giftschlangen gebissen werden. Ein zentrales Problem für Ärzte besteht darin, dass meist nicht bekannt ist, welche Schlangenart zugebissen hat. Diese Information ist aber entscheidend für die richtige Behandlung.

Schlangen-DNA aus Bisswunde isoliert

Der jetzt in einer Studie unter der Leitung von Prof. François Chappuis, Direktor der Abteilung Tropenmedizin und Humanitäre Medizin am Universitätsklinikum Genf und Prof. Sanjib K. Sharma, B.P. Koirala Institute of Health Sciences in Nepal untersuchte Test könnte eine Lösung für dieses Problem bieten, heißt es in der Mitteilung der Uniklinik.

Im Rahmen der Studie konnte im Durchschnitt aus einer von vier Bisswunden Schlangen-DNA isoliert werden. Ursache dafür, dass eine DNA-Entnahme nicht möglich ist, können eigenmächtige Wasch- und Desinfektionsversuche der Patienten vor Aufnahme in die Klinik sein.

Von 194 sichergestellten Schlangen-DNAs stammten 87 von einer Giftschlange. Insgesamt 21 Patienten hatten die Schlange, die sie gebissen hatte, mit in die Klinik gebracht. Damit konnte das Ergebnis für diese Proben unabhängig überprüft und festgestellt werden, dass der DNA-Test in allen diesen Fällen die korrekte Spezies identifizierte.

Die Ergebnisse der Studie zeigten auch, dass ein großer Teil der Bisse von ungiftigen Schlangen verursacht worden war. Gerade auch in diesen Fällen könnte der Test die Gesundheitssysteme der besonders betroffenen Länder entlasten. Schlangenbissopfer werden in der Regel 24 Stunden im Krankenhaus observiert. Diese Beobachtung könnte entfallen, wenn die verantwortliche Schlange definitiv als ungiftig identifiziert wurde.

Sofort das richtige Gegengift

Wird andererseits eine bestimmte Giftschlangenart als Urheber des Bisses erkannt, könnten sofort das richtige Gegengift verabreicht sowie andere spezifische Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden, ohne erst das Auftreten schwerer, irreversibler Vergiftungserscheinungen abwarten zu müssen.

Um diagnostische Tests für Schlangenbisse in der alltäglichen Praxis nutzbar zu machen, entwickelt das Forscherteam gerade ein Schnellverfahren, das ähnlich einem Schwangerschaftstest funktioniert und das Gift im Blut der Patienten nachweist.

Ein solcher Schnelltest wäre insbesondere auch für ländliche Regionen von Entwicklungsländern sinnvoll.Die besondere Stärke des DNA-Tests liegt in seiner speziellen Eignung als Instrument zur Erforschung der Artenvielfalt der Schlangen, die in einer bestimmten Gegend Bisse verursachen. So lässt sich beispielsweise herausfinden, wie die Verteilung der Schlangenbisse in verschiedenen Regionen aussieht.

Damit könnte die Zuweisung von Gegengiften in Zukunft effektiver gestaltet werden. Genauso wichtig ist sein Nutzen als unabhängige Identifizierungs-Methode in klinischen Forschungsprojekten, welche die Zuverlässigkeit neuer Schnelltests bewerten sollen. Eine solche Studie in deutlich größerem Umfang ist aktuell in Myanmar und Nepal in Vorbereitung.

Diese Länder haben mit die höchsten Todesraten durch Schlangenbisse weltweit. Die aktuelle Studie wurde gefördert durch die UBS Optimus Foundation und den Schweizerischen Nationalfonds. (eb)

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