Kommentar

Mit Hormonen in die Demenz?

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Früher war es üblich, die Postmenopause mit hormonellen Mangelzuständen wie Diabetes oder Morbus Addison gleichzusetzen. So galt nach dem Versiegen der ovariellen Produktion die gleiche Maxime wie für die Insuffizienz von Betazellen oder Nebennierenrinde: Wo Hormone fehlen, werden sie ersetzt. Auf diese Weise würden die natürlichen Verhältnisse wiederhergestellt und Folgekrankheiten vermieden – so die Idee.

Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied zwischen der Menopause und Diabetes oder Addison: Letztere sind Krankheiten, Erstere nicht. Mit dem Schutz vor Folgeleiden ist es daher so eine Sache. Beispiel Morbus Alzheimer: Ein Östrogendefizit aufgrund früher Menopause gilt als Demenzrisiko, theoretisch könnte der Hormonersatz also die Alzheimergefahr verringern.

Praktisch scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Was sich schon früher in Studien andeutete, bestätigen jetzt finnische Forscher: Postmenopausale Hormoneinnahme ist nicht mit einer Senkung der Alzheimerinzidenz verbunden. Im Gegenteil steigt das Demenzrisiko sogar – wenig, aber signifikant. So zeigt sich auch hier: In einer pathologischen Situation Hormone zu substituieren, ist das eine; einen physiologischen Zustand mit Hormonen zu behandeln, etwas ganz anderes.

Lesen Sie dazu auch: Nach der Menopause: Hormontherapie kann Demenz-Risiko bei Frauen steigern

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen