Direkt zum Inhaltsbereich

Mit Impfungen leben Nierenkranke länger

NEU-ISENBURG (eis). Nierenkranke profitieren besonders von der Impfung gegen Pneumokokken und Influenza, betont der "Impfbrief online" und verweist auf zwei Studien.

Veröffentlicht:
Schutz gegen Pneumokokken und Influenza reduzierte in Studie die Sterberate um fast ein Drittel.

Schutz gegen Pneumokokken und Influenza reduzierte in Studie die Sterberate um fast ein Drittel.

© Alexander Raths / photos.com

Die Wirksamkeit der Pneumokokken-Impfung wurde zwischen 2003 und 2005 in einer Kohortenstudie mit 118 533 Nierenkranken abgeschätzt (Nephrol Dial Transplant 2011; 26: 2934).

Die Patienten waren vor Studienbeginn mindestens 90 Tage auf die Dialyse angewiesen gewesen.

Von ihnen hatten 21 Prozent die Impfung gegen Pneumokokken gehabt. Im Vergleich zu den Ungeimpften waren die Impflinge im Mittel älter, hatten öfter eine terminale Niereninsuffizienz und litten häufiger unter Komorbiditäten.

Zusätzliche Impfung gegen Influenza verringerte die Sterberate

Trotz des im Vergleich deutlich größeren Anteils von Patienten mit besonders schwerer Erkrankung war in der Impfgruppe die Sterberate um sechs Prozent und die Herztod-Rate um neun Prozent reduziert.

Bei Patienten, die zusätzlich gegen Influenza geimpft waren, ergab sich im Vergleich sogar eine um 27 Prozent verringerte Sterberate.

Ähnliche Ergebnisse hatte eine Studie mit 3800 Pneumoniepatienten, von denen 203 chronisch nierenkrank waren (Nephrol Dial Transplant 2011; 26: 2899).

Pneumokokken waren bei den Nierenkranken zudem häufiger die Ursache der Lungenentzündung als bei Pneumoniepatienten mit normaler Nierenfunktion (34 vs. 28 Prozent).

Chronisch Kranken jeden Alters und Menschen ab 60 Jahre wird die Impfung gegen Pneumokokken mit dem Polysaccharidimpfstoff empfohlen. Chronisch Nierenkranke brauchen zudem Auffrischungen alle fünf Jahre.

Mehr zum Thema

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Sie fragen – Experten antworten

Kann sich Herpes zoster nach der Varizellen-Impfung entwickeln?

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck