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Personalisierte Medizin in der Fläche

Mit Netzwerk gegen Krebs

Das Beispiel "Fortgeschrittenes Bronchial-Karzinom" zeigt: So könnte die Krebsmedizin der Zukunft aussehen.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Großzelliges Lungenkarzinom.

Großzelliges Lungenkarzinom.

© Lilly Onkologie 2011

MANNHEIM. Das fortgeschrittene Bronchialkarzinom hat sich von einer kaum therapierbaren Krebsentität zu einem der dynamischsten Forschungs- und Behandlungsfelder in der Onkologie entwickelt.

Im zweiten Plenarvortrag des diesjährigen Internistenkongresses skizzierte Professor Reinhard Büttner vom Institut für Pathologie am Centrum für Integrierte Onkologie in Köln, wie die einst nur aus wenigen Subtypen bestehende Gruppe der Bronchialkarzinome in eine ständig größere werdende Gruppe genetisch definierter Erkrankungen zerfällt. "Der Lungenkrebs wird ganz schön komplex", so Büttner.

Im Rahmen des im Jahr 2012 gegründeten Network Genomic Medicine versuchen Pathologen und onkologisch tätige Ärzte aus ganz Deutschland, die Personalisierung der Krebsbehandlung in die Fläche zu bringen.

Allein im letzten Jahr wurden im Rahmen dieses Netzwerks, das mittlerweile 175 Partner umfasst, Mutationsanalysen bei 4500 Patienten mit Lungenkrebs durchgeführt, etwa zehn Prozent aller Patienten mit dieser Krebsform in Deutschland.

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So zu tun, als müssten in der personalisierten Onkologie nur noch die Früchte geerntet werden, entspricht freilich nicht der Wahrheit.

Weitgehend unbeackert ist bisher das Feld der epigenetischen Veränderungen. Sie können für die Tumorprogression ähnlich bedeutsam sein wie klassische Mutationen.

Mehrere Ansatzpunkte für Strategien gegen Resistenz

Ein anderes, überwiegend ungelöstes Problem sind Patienten mit Resistenzen gegen gezielte Therapien. Hier muss es darum gehen, bei jedem einzelnen Patienten den Resistenzmechanismus zu identifizieren und dann erneut gezielt zu therapieren.

Anschauungsmaterial dafür liefert erneut der Lungenkrebs. Für mehrere häufige EGFR-Resistenzmutationen existieren mittlerweile Ansatzpunkte für Strategien, mit denen die jeweilige Resistenz gezielt unterlaufen werden kann. Studien dazu starten gerade oder laufen schon.

Funktioniert das alles nur bei Patienten mit Lungenkrebs? "Das Konzept trägt über die Lunge hinaus", gab sich Büttner in Mannheim überzeugt.

Nicht zuletzt die Pathologen müssen dafür freilich umdenken. Sie werden zu einem viel aktiveren Mitspieler im multidisziplinären Behandler-Team.

"Wir müssen genomische Läsionen identifizieren, die Therapie überwachen, Resistenzen detektieren und diese Patienten systematisch in Studien behandeln", betonte Büttner.

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