Mit Stammzellen gegen Kammerflimmern

BONN (dpa). Ventrikuläre Arrhythmien nach einem Herzinfarkt lassen sich offenbar durch Implantation genetisch veränderter Muskelzellen verhindern. Zumindest im Tierversuch ist das jetzt Forschern aus Bonn und den USA gelungen.

Veröffentlicht:

Die Forscher um Professor Bernd K. Fleischmann von der Uni Bonn hatten zunächst Mäusen nach einem Infarkt embryonale Kardiomyozyten eingepflanzt. Nach dieser Therapie trat trotz elektrischer Reizung des Herzens nur bei jedem dritten Tier noch ein Kammerflimmern auf - genauso oft, wie bei gesunden Nagern. Ohne diese Therapie hatte nach einem Infarkt jedes Tier eine Kammertachykardie (Nature 450, 2007, 819).

Ähnliche Erfolge erzielten die Forscher dann mit gentechnisch veränderten Skelettmuskelzellen: Damit Muskelzellen für einen regelmäßigen Herzschlag sorgen, müssen sie elektrisch miteinander kommunizieren. Dafür sorgt das Eiweiß Connexin 43, das nur in Herzmuskelzellen gebildet wird. Den Wissenschaftlern gelang es jedoch, leichter zu gewinnende Beinmuskelzellen genetisch so zu verändern, dass auch diese Zellen das Eiweiß produzieren. Auch mit diesen Zellen erzielte das Team bei Mäusen ähnlich gute Ergebnisse wie mit den embryonalen Herzzellen. "Um Rhythmusstörungen zu verhindern, scheinen schon ein paar Tausend Zellen auszureichen", so Fleischmann.

Ob eine solche Behandlung auch beim Menschen klappe, bleibe abzuwarten. Das Mausherz sei deutlich kleiner und schlage wesentlich häufiger. Die Arbeit sei aber ein wichtiger Zwischenschritt hin zu einem ganz neuem Therapieansatz für Patienten mit solchen Arrhythmien.

Mehr zum Thema

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Alexander Baasner und Dr. Stefan Spieren (v.l.) haben die Idee der Digitalen Hausärztlichen Versorgungsassistenten (DIHVA) entwickelt.

© Digitales Facharzt- & Gesundheitszentrum

Neues Berufsbild

Bürger als Assistenten: Hausarzt entwickelt Idee der DIHVA

Patient bei einer Videosprechstunde mit Ärztin

© AJ_Watt / Getty Images / iStock

Digitale Gesundheitsanwendungen

DiGA oder doch lieber App?