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Mit Uzarawurzel gegen Diarrhoe - was ist dabei zu beachten?

Im Frühjahr ging das Phyto-Forum online an den Start. Über 130 Beiträge stehen mittlerweile im Forum. Heute geht es um Uzarawurzel und ihre Wechselwirkungen.

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Auch gegen Diarrhoe bietet die Natur eine pflanzliche Therapieoption. Wechselwirkungen mit anderen Arzneien sind zu beachten.

Auch gegen Diarrhoe bietet die Natur eine pflanzliche Therapieoption. Wechselwirkungen mit anderen Arzneien sind zu beachten.

© Martina B. / Panther Media

Ein Kollege fragt im Internet: Gegen akute Diarrhoe soll der Extrakt aus der Uzarawurzel wirksam sein. Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arzneien, die zu beachten sind?

Professor Karen Nieber: Wirksame Inhaltsstoffe der Uzarawurzel sind die Glykoside Uzarin und Xysmalogenin. Diese haben sehr große Ähnlichkeit mit herzwirksamen Glykosiden, die zur Therapie von Herzmuskelschwäche eingesetzt werden.

Weiterhin sind in der Uzarawurzel Gerbstoffe und Flavonoide enthalten. Die Uzara-Glykoside wirken hemmend und krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts. Durch diese Wirkung wird die Darmbewegung, die bei Durchfall erhöht ist, gehemmt und die Beschwerden gelindert.

Wechselwirkungen bei Digitalispräparaten

Uzara-Glykoside unterscheiden sich von Digitalis-Glykosiden in der Zucker-Verknüpfung und der räumlichen Konfiguration. Aus diesem Grund weisen Uzara-Glykoside in therapeutischer Dosierung nur eine sehr geringe Wirkung auf den Herzmuskel auf.

Patienten, die Digitalispräparate einnehmen, müssen beachten, dass bei Überdosierungen Wechselwirkungen auftreten können. Das betrifft besonders Patienten, die Digoxin einnehmen und eine Niereninsuffizienz haben, da Digoxin zum größten Teil über die Nieren ausgeschieden wird.

Symptome einer Digitalis-Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen sowie Halluzinationen. Es kann zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand kommen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Uzarawurzel-Extrakten und Chinidin, Kalzium, Thiaziden oder Schleifendiuretika kann die Wirkung auf das Herz verstärkt werden. So sind Herzrhythmusstörungen oder ein unregelmäßiger Puls möglich. Das Gleiche gilt bei einer Langzeittherapie mit Glukokortikoiden.

Uzarawurzel-Extrakte nicht bei bakteriell bedingter Diarrhoe

Uzarawurzel-Extrakte sollten nach Möglichkeit nicht bei bakteriell bedingten Durchfallerkrankungen eingenommen werden, weil hierbei die Gefahr besteht, dass eventuell gebildete Bakterientoxine durch die Ruhigstellung des Darms verzögert ausgeschieden werden und sich dadurch die Erkrankung verschlimmert.

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollen mangels Erfahrung uzarawurzelhaltige Phytotherapeutika nicht einnehmen. Kinder dürfen mit Uzarawurzel behandelt werden. Bei der Gabe der uzarahaltigen Tropfen ist jedoch zu beachten, dass diese Alkohol enthalten.

Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern sollten grundsätzlich ärztlich behandelt werden. Die Uzarawurzel wird in Form alkoholischer Auszüge oder Trockenextrakte, die als Fertigarzneimittel als Säfte, Tropfen oder Tabletten erhältlich sind, angewandt.

Die Tagesdosis sollte 45 bis 90 mg Uzarawurzel nicht überschreiten. Uzara-Extrakte beeinflussen Labortests zur Bestimmung der Digitalis-Konzentration und können so falsch-hohe Konzentrationen von Digoxin und Digitoxin im Blut vortäuschen.Während der Einnahme ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

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