Mundschutz kein Ersatz für Grippeimpfung

Um beim medizinischen Personal die Impfrate gegen Influenza zu erhöhen, wird Vieles versucht - etwa die Pflicht zum Maskentragen für ungeimpfte Mitarbeiter.

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Mundschutz statt Grippeimpfung?

Mundschutz statt Grippeimpfung?

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NEU-ISENBURG (hub). Diesen Weg - wer nicht geimpft ist, trägt eine Maske - hatte das Uniklinikum Frankfurt am Main während der Schweinegrippe-Pandemie beschritten.

Dabei hat die Maske einen doppelten Effekt: Sie macht den eigenen Influenza-Impfstatus bewusst und sie ist gleichzeitig Eigenschutz vor Ansteckung.

Für die geimpften Mitarbeiter hingegen gibt es positive Signale in Form eines Ansteckers, der auch nach Außen signalisiert: Ich bin keine Grippe-Infektionsquelle.

Solche Buttons sind Teil der Kampagne "Grippe-Schutz-Impfung - Na klar!", die jetzt in Niedersachsen angelaufen ist, teilt das Gesundheitsministerium des Bundeslandes mit.

"Wir wollen Mitarbeiter im Gesundheitswesen für die Grippeimpfung motivieren. Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Patienten sowie Angehörige", sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan.

Die Impfquote in dieser Berufsgruppe liege seit Jahren zwischen 20 und 30 Prozent.

Diese Impfraten sind meilenweit entfernt von jenen, die in den USA beim medizinischen Personal erreicht werden. Bei der saisonalen Grippeimpfung liegt die Rate dort seit Jahren stabil bei über 60 Prozent, teilen die Centers for Disease and Prevention (CDC) mit.

In Einrichtungen, in denen die Impfung gefordert ist, beträgt die Impfrate 98 Prozent. Vor allem einen Faktor für eine hohe Impfrate nennen die CDC: die über mehrere Tage bestehende Möglichkeit, sich kostenfrei impfen zu lassen.

In den USA wird auch vor Konsequenzen nicht zurück geschreckt. So wurden in einer Klinikkette 26.000 Mitarbeiter zur Grippeimpfung aufgerufen. 411 hatten eine medizinische oder religiöse Begründung gegen die Impfung. Acht Mitarbeiter ohne solche Begründungen wurden entlassen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Lasst euch gegen Influenza impfen!

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 02.09.201121:24 Uhr

Grippe-Geimpfte Chirurgen in der UKFM demnächst o h n e Mundschutz?

Das Uniklinikum Frankfurt am Main (UKFM) sollte sich besser ganz schwer zurückhalten:

1. ist Herrn Olaf Harmuth zuzustimmen, außerhalb von OP und sterilem Arbeiten aus anderen Gründen hat der Mundschutz in der allgemeinen Arbeitswelt des Krankenhauses im Dauereinsatz eher symbolische Bedeutung. Je größer die Nähe zur Chefarztebene, desto häufiger bleibt auch die Nase frei, und der Mundschutz bedeckt nur notdürftig den in ständiger Bewegung Anweisungen gebenden Mund.

2. Die damalige "Dienstanweisung" des UKFM verstieß gegen das Diskriminierungsverbot und war arbeitsrechtlich höchst umstritten. Außerdem ist das Erzwingen einer Impfung notfalls gegen den Willen des Betroffenen nur unter Betreuung durch richterliche Anordnung statthaft.

3. Im UKFM wurde mit lautem Getöse eine Pilotstudie mit angeblich 3.000 Freiwilligen zur H1N1-Immunisierung noch v o r allgemeiner Freigabe der später folgenden Impfchargen angekündigt. Die Durchführung der Pilotstudie erfolgte im Blindflug (keine AK-Testung, keine Serokonversionsraten, keine Spezifität, Sensitivität und Validität der Impf- und Gefährdungsdaten). Eine Publikation wurde mit kleinlautem Getöse unterlassen, das Ganze verschwand in der Versenkung.

4. Wenn das angeblich eine bedrohliche H1N1-Pandemie mit Impfzwang für Alle im Gesundheitswesen war, weshalb wurden dann nicht bei allen Erntedankfesten, Herbstmessen, Handwerksmärkten und den ach so beliebten Weihnachtsmärkten Mundschutzmasken ausgeteilt und die Glühweinbecher desinfiziert? Massenweise Enterovirusfälle hatten wir da ja in unserer Praxis 2009 genau so häufig wie jedes Jahr.

Die USA sind, wie in so vielen Dingen, k e i n Maßstab: Dort gilt "hire and fire" und der schnellstmögliche Gebrauch der Schusswaffe. Das vom Präsidenten Barack Obama eingeforderte Recht auf eine erschwingliche und verpflichtende Krankenversicherung für Alle wird dort mit der Einführung des Kommunismus gleichgesetzt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM (z. Zt. Bergen aan Zee NL)

Olaf Harmuth 02.09.201116:17 Uhr

Mundschutz ausreichend?

Es ist mehr als umstritten, ob eine Mundschutz-Maske signifikaten Schutz für Influenza-Infektionen bieten kann.

Tatsächlich sind die Leckagen bei derartigen Hygienemasken deutlich zu groß.

Besonders gefährlich ist, wenn der Mundschutzträger sich in Sicherheit wähnt und weitere Vorsichtsmaßnahmen der Ansteckung mißachtet oder auf die leichte Schulter nimmt.

Die Verwendung von Mundschutz als Alternative zu einer Influenza-Impfung erscheint mehr als leichtsinnig.

Sollte man den Weg mit Schutzmasken tatsächlich beschreiten wollen, so sollten diese mindestens die Klassifizierung FFP1 (zertifizierte Atemschutzmasken) aufweisen. Es ist auf einen dichten Sitz zu achten.

Vor dem Einsatz sollten verschiedene Modelle getestet werden, da Kopf- und Gesichtsformen unterschiedlich sind. Je nach Gefährdungsgrad der Beschäftigten ist eine höhere Schutzstufe, wie FFP2 oder FFP3 ratsam.

Olaf Harmuth
Schutzgut Arbeitsschutz

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